Hinrichtung schlug 2x fehl

Christa Pike wieder wach – das waren ihre ersten Worte

Christa Pike überlebte ihre Hinrichtung in Tennessee. Nach Tagen im Koma ist die 50-Jährige wieder wach und hat erstmals gesprochen.
Newsdesk Heute
07.10.2026, 17:03
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Es ist ein Fall, der in den USA für Entsetzen sorgt: Die zum Tode verurteilte Christa Pike sollte am 30. September im US-Bundesstaat Tennessee mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Doch selbst zwei Dosen des tödlichen Mittels Pentobarbital töteten die 50-Jährige nicht.

Fast eine Woche lang war Pike danach ohne Bewusstsein und wurde künstlich beatmet. Nun ist sie wieder wach und kann sprechen. Dabei zeigt sich erstmals, woran sie sich nach der missglückten Hinrichtung überhaupt noch erinnern kann.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Nach Angaben des Anästhesisten Joel Zivot, der ihr Anwaltsteam berät, hat Pike Erinnerungen an ihren Aufenthalt im Spital. An den eigentlichen Hinrichtungsversuch könne sie sich nach derzeitigem Stand hingegen nicht erinnern.

Zustand bleibt kritisch

Als sie aufwachte, konnte Pike ihren eigenen Namen nennen. Bei der Frage nach dem Datum lag sie allerdings daneben: Sie glaubte, es sei noch September. Wie schwer die möglichen neurologischen Folgen sind, ist derzeit unklar.

Ihr Zustand bleibt kritisch. Pike wurde inzwischen von der künstlichen Beatmung genommen, ihre Anwälte rechnen allerdings mit einer langen Genesung. Sie sprechen von einer medizinisch beispiellosen Situation.

Schwere Verletzungen

Besonders schwer sollen ihre Arme verletzt worden sein. Während des Hinrichtungsversuchs wurde laut ihren Anwälten mindestens sieben Mal mit Nadeln versucht, Zugänge zu legen. Bereits in der Todeskammer klagte Pike über starke Schmerzen in einem Arm. Trotz ihrer Verletzungen soll sie im Spital weiterhin ans Bett gefesselt sein.

Pike sitzt seit rund 30 Jahren im Todestrakt. Sie wurde wegen des brutalen Mordes an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt. Pike war 18 Jahre alt, als sie Slemmer 1995 gemeinsam mit anderen in einen abgelegenen Bereich lockte. Das Opfer wurde geschlagen, gefoltert und erstochen.

Bei einer erfolgreichen Hinrichtung wäre Pike die erste Frau seit mehr als 200 Jahren gewesen, die im Bundesstaat Tennessee hingerichtet worden wäre.

Zwei Versuche schlugen fehl

Doch die Exekution geriet außer Kontrolle. Nach der ersten Dosis Pentobarbital atmete Pike weiter. Auch eine zweite Dosis führte nicht zum Tod. Zeugen berichteten, dass sie noch lange Atemgeräusche hören konnten. Schließlich wurde die Hinrichtung abgebrochen und Pike mit der Rettung ins Spital gebracht.

Der Fall hat inzwischen auch politische Konsequenzen. Tennessees Gouverneur Bill Lee ließ die Hinrichtungsverfahren überprüfen und stoppte weitere Exekutionen vorerst. Pikes Anwälte wollen erreichen, dass ihre Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt wird.

red,07.10.2026, 17:03