Eine düstere Prophezeiung sorgt derzeit für Aufsehen: Der britische Hellseher Craig Hamilton-Parker warnt vor einer neuen Pandemie. Der selbst ernannte Seher behauptet, dass eine bakterielle Erkrankung die Menschheit heimsuchen und dabei vor allem Lunge und Brust betreffen werde.
Brisant: Nur kurze Zeit nach seiner Vorhersage sorgt ein mysteriöser Todesfall in Russland für internationale Aufmerksamkeit. Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Anti-Pest-Forschungsinstituts im sibirischen Irkutsk starb nach einer schweren Lungenentzündung.
Mittlerweile beschäftigt der Fall auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Zudem gibt es Berichte über einen zweiten Mitarbeiter des Instituts, der ebenfalls an einer Lungenentzündung unbekannter Ursache erkrankt sein soll. Eine Infektion mit der Pest ist bei ihm bisher allerdings nicht bestätigt.
Die WHO hat Russland um weitere Informationen gebeten. Geklärt werden soll unter anderem, was die schwere Lungenentzündung verursacht hat und welcher Erreger hinter dem Todesfall stecken könnte.
Russland weist Berichte über einen Pest-Ausbruch zurück. Die verstorbene Laborantin sei an einer Lungenentzündung unbekannter Ursache gestorben. Bei Kontaktpersonen sei bisher ebenfalls kein Pest-Fall festgestellt worden.
Nach dem Tod der Frau wurden laut Medienberichten umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Rund 200 Menschen, die Kontakt mit der Laborantin gehabt haben sollen, wurden isoliert oder medizinisch überwacht.
Trotz der Aufregung gibt es derzeit keinen Grund zur Panik. Die WHO stuft das Risiko für Russland als niedrig und jenes für Europa als sehr niedrig ein.
Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten beobachtet die Entwicklung. Bisher gibt es keine bestätigten Hinweise auf eine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch.
Die Pest wird vom Bakterium Yersinia pestis verursacht. Besonders gefährlich ist die Lungenpest. Sie kann bei engem Kontakt über infektiöse Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, kann sie mit Antibiotika behandelt werden.
Mittlerweile sorgt der Fall auch politisch für Aufsehen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, mit Russlands Präsident Wladimir Putin über die Situation sprechen zu wollen. Auch international wächst damit der Druck auf Russland, Klarheit über die Vorgänge in Irkutsk zu schaffen.
Doch was hat das alles mit der Prophezeiung des Hellsehers zu tun? Hamilton-Parker hatte am 24. September in einem Video von einer künftigen Pandemie gesprochen. Anders als bei Corona werde seiner Behauptung zufolge eine bakterielle Erkrankung dahinterstecken. Diese werde vor allem Brust und Lunge angreifen und nur schwer unter Kontrolle zu bringen sein.
Der Brite wird in manchen Medien als "Prophet of Doom", also "Prophet des Untergangs", bezeichnet. Er behauptet unter anderem, die Corona-Pandemie und den Tod von Queen Elizabeth II. vorhergesehen zu haben.
Für einen Zusammenhang zwischen Hamilton-Parkers Aussagen und den Vorgängen in Russland gibt es allerdings keinerlei Belege. Der Hellseher nannte weder Russland noch Irkutsk, die Pest oder das Forschungsinstitut. Auch seine angeblichen früheren Treffer sind kein wissenschaftlicher Beleg für die Fähigkeit, künftige Ereignisse vorherzusagen.
Die zeitliche Nähe zwischen seiner Prophezeiung und dem rätselhaften Todesfall sorgt dennoch dafür, dass seine Aussagen derzeit wieder verstärkt die Runde machen.