Die WHO hat Russland um Auskunft zu einem möglichen weiteren Todesfall in Irkutsk gebeten. Es geht um eine Lungenentzündung, die laut Medienberichten, wie "20 Minuten" berichtet, im Zusammenhang mit der gefährlichen Lungenpest stehen könnte. WHO-Experte Abdirahman Mahamud erklärte in Genf, dass diese Informationen routinemäßig geprüft und als glaubwürdig eingestuft wurden.
Bis jetzt gibt es aber keine Antwort von russischer Seite. Auch beim ersten Todesfall – einer Wissenschaftlerin, die am Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten in Irkutsk tätig war – warten die Behörden noch auf Details. Damals war von einem möglichen Lungenpest-Fall die Rede. Russland wies das jedoch zurück und dementierte auch Berichte über einen Laborunfall.
"Wir haben noch keinen vollständigen Überblick über die Situation und sind nicht in der Lage, eine umfassende Risikobewertung durchzuführen", erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Laut WHO gab Russland an, die junge Wissenschaftlerin sei nicht an Lungenpest, sondern an einer Lungenentzündung unbekannter Ursache verstorben. Einen Unfall im Institut habe es nicht gegeben.
Die WHO wollte unter anderem wissen, welche Tests bei der Frau und rund 200 weiteren Personen gemacht wurden, mit welchen Stoffen sie genau gearbeitet hat, welche Sicherheitsmaßnahmen im Institut galten und wie es um ihren Impfstatus stand, erzählte WHO-Spezialistin Maria van Kerkhove.
Zwischen 2019 und 2025 wurden laut WHO aus zehn Ländern knapp 4.000 Pestfälle gemeldet, davon 423 Todesfälle.