Kult-Kamera wackelt

Actioncam-Schock – GoPro warnt vor drohender Pleite

Der Actionkamera-Pionier GoPro steckt tief in der Krise. Hohe Chippreise, Verluste und schwache Verkäufe setzen die Firma massiv unter Druck.
Team Wirtschaft
02.06.2026, 11:25
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GoPro, jahrelang fast ein Synonym für spektakuläre Action-Aufnahmen, kämpft wohl ums Überleben. Der Kamerahersteller aus Kalifornien warnt Anleger nun offen, dass es Zweifel am Fortbestand des Unternehmens gibt.

Unternehmen kommt Warnpflicht nach

In den USA müssen Firmen Investoren informieren, wenn sie womöglich nicht genug Geld haben, um die kommenden zwölf Monate sicher durchzustehen – wie jetzt bei GoPro. Die Firma benötigt frisches Geld, bessere Vereinbarungen mit Geldgebern oder einen strategischen Deal, um nicht noch tiefer in die Krise zu rutschen.

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Kosten stiegen um bis zu 115 Prozent

Das Problem ist vielschichtig. Einerseits verkauft GoPro weniger Kameras. Andererseits sind wichtige Bauteile plötzlich viel teurer geworden. Besonders Speicherchips setzen dem Unternehmen zu. Laut Unternehmensunterlagen stiegen die Kosten für bestimmte Speicherkomponenten zuletzt teils um 80 bis 115 Prozent.

KI-Boom macht Speicherchips sündteurer

Hintergrund ist der weltweite Boom bei künstlicher Intelligenz, für die eine enorme Menge an Chips benötigt wird. Riesige Rechenzentren kaufen den Markt leer, Hersteller von Kameras, Handys und anderer Elektronik bekommen das direkt zu spüren. Zudem produzieren Hersteller lieber Komponenten für KI-Anwendungen, da diese mehr Geld einbringen.

Umsatz ist um 26 Prozent eingebrochen

Die Zahlen sind bitter. Im ersten Quartal 2026 kam GoPro nur noch auf 99,1 Millionen US-Dollar Umsatz. Das ist ein Minus von rund 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig rutschte die Firma tief in die roten Zahlen: Der Nettoverlust lag im Quartal bei 80,8 Millionen US-Dollar. Die liquiden Mittel sanken auf 40,7 Millionen US-Dollar.

Auch Verkauf des Unternehmens möglich

GoPro zieht bereits die Notbremse. Die Firma spart, verkauft Vermögenswerte und will weltweit 23 Prozent der Belegschaft abbauen. Gleichzeitig prüft das Management mehrere Optionen. Im Raum stehen eine Fusion, ein Verkauf des Unternehmens oder andere strategische Schritte. Einen fixen Zeitplan gibt es nicht.

GoPro will für Verteidigung und Luftfahrt produzieren

Hoffnung setzt GoPro auch auf neue Geschäftsfelder. Die Firma will stärker in den Verteidigungs- und Luftfahrtbereich. Dort könnten robuste Kameras, Spezialoptik und Bildtechnik wieder mehr Geld bringen als im hart umkämpften Konsumentenmarkt.

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