Ein kleines Kreuz mit gewaltigen Folgen! Der deutsche AfD-Politiker Andreas Bluhm (66) wurde bei der Kommunalwahl in Cloppenburg (Niedersachsen) direkt in den Stadtrat gewählt. Doch statt künftig im Rathaus mitzuentscheiden, muss der Pensionist draußen bleiben. Der Grund: Er hat seine eigene Wahl versehentlich abgelehnt.
Das folgenschwere Missgeschick passierte beim Ausfüllen eines Formulars der Wahlleitung. Bluhm setzte sein Kreuz versehentlich beim Feld "Ich lehne die Wahl in den Stadtrat ab". Anschließend unterschrieb er das Schreiben und schickte es per Post zurück. Was er damit angerichtet hatte, wurde ihm erst Tage später bewusst.
Dabei hatte sich der 66-Jährige nach eigenen Angaben riesig auf seine neue Aufgabe gefreut. Bei der Wahl am 13. September erhielt er 540 Stimmen und sicherte sich damit ein Direktmandat.
"Ich war ganz wild darauf, in den Stadtrat zu kommen", erklärte Bluhm gegenüber der "Nordwest-Zeitung". Erst am Dienstag sei ihm klar geworden, dass er dem neuen Stadtrat gar nicht angehören werde.
"Mir wurde richtig schlecht, als ich das erfahren habe", schildert der AfD-Politiker. Wie es zu dem Fehler kommen konnte, könne er sich selbst nicht erklären. "Ich ärgere mich gewaltig."
Für die AfD hat die Panne besonders bittere Folgen. Die Partei erreichte bei der Kommunalwahl in Cloppenburg 22,29 Prozent der Stimmen und gewann damit neun Sitze im Stadtrat.
Doch schon vor Bluhms Missgeschick gab es ein Problem: Die AfD hatte mit ihrem Wahlerfolg offenbar nicht gerechnet und lediglich fünf Kandidaten aufgestellt. Vier Mandate konnten deshalb von Anfang an nicht besetzt werden. Durch Bluhms versehentlichen Verzicht fällt nun ein weiterer Sitz weg.
Damit kann die AfD nur vier ihrer neun gewonnenen Mandate tatsächlich besetzen. Fünf Sitze bleiben leer. Ein Ersatz für den 66-Jährigen steht nicht zur Verfügung. Auch AfD-Fraktionschefin Iris Hermes zeigt sich enttäuscht. Dass die Partei nach dem Kandidatenmangel nun noch einen weiteren Sitz verliere, sei ärgerlich.
Besonders kurios ist die rechtliche Situation. Denn Bluhm hätte auf das Schreiben der Wahlleitung gar nicht reagieren müssen. Nach dem niedersächsischen Kommunalwahlgesetz gilt eine Wahl automatisch als angenommen, wenn der Gewählte nicht innerhalb der vorgesehenen Frist widerspricht.
Weil der AfD-Politiker seinen Verzicht aber ausdrücklich schriftlich erklärt hat, ist die Entscheidung endgültig. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass eine Rücknahme nicht möglich ist.