Ärzte schlagen Alarm

Aktivistin Heba (31) hat seit 57 Tagen nichts gegessen

Sie verweigert jede Nahrung. Nach mittlerweile 57 Tagen Hungerstreik ist die Pro-Palästina-Aktivistin Heba Muraisi in kritischem Zustand.
Newsdesk Heute
29.12.2025, 21:51
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Die 31-Jährige sitzt seit November in Untersuchungshaft und nimmt aus Protest gegen ihre Haftbedingungen und die Anklagen nichts mehr zu sich. Wie 20 Minuten berichtet, kann sie kaum noch Gesprächen folgen oder Sätze bilden, wie ihre Unterstützer erzählen.

Muraisi ist eine von acht Personen, die wegen Aktionen der Gruppe Palestine Action festgenommen wurden. Diese Organisation wurde in Großbritannien offiziell als terroristisch eingestuft – das Parlament stimmte im Juli zu. Seitdem ist es strafbar, Mitglied zu sein, sie zu unterstützen oder für sie zu werben.

"Sie fühlt sich jeden Tag schlechter"

Drei Personen halten laut dem Newsportal "Metro" den Hungerstreik weiterhin durch. Muraisi gilt dabei als diejenige, die am längsten ohne Nahrung auskommt. In einer Telefonbotschaft, die von der Unterstützergruppe "Prisoners for Palestine" veröffentlicht wurde, berichtet sie, dass sie sich mit jedem Tag schwächer fühlt. Sie klagt über ständige Schmerzen, Schwindel, Übelkeit und große Beschwerden beim Liegen.

"Manchmal habe ich Mühe, Sätze zu bilden, manchmal kann ich einem Gespräch kaum folgen", schildert Muraisi. Körperlich gehe es ihr immer schlechter, doch mental bleibe sie standhaft. Ihr Wille sei ungebrochen.

Arzt warnt vor schweren Folgen

Muraisi wurde vom Gefängnis Bronzefield ins HMP New Hall verlegt, das laut Unterstützern weit von ihrer Familie entfernt liegt. Festgenommen wurde sie im November 2024. Vorgeworfen wird ihr die Beteiligung an einer Aktion gegen ein Forschungszentrum des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems, bei der erheblicher Sachschaden entstanden sein soll. Der Prozess ist erst für Juni 2026 angesetzt.

Ein Arzt, der die Hungerstreikenden betreut, spricht von einer "unberechenbaren und gefährlichen Phase". Selbst wenn jemand überlebt, drohen schwere, womöglich dauerhafte Schäden an Organen und Muskeln. Plötzliche, lebensbedrohliche Verschlechterungen seien jederzeit möglich.

Andere Häftlinge brachen Hungerstreik ab

Vier weitere Inhaftierte haben den Hungerstreik aus gesundheitlichen Gründen bereits beendet. Laut "Metro" ist die Aktion eine der größten dieser Art seit den Hungerstreiks in Nordirland Anfang der 1980er-Jahre.

Das britische Justizministerium betont, dass Hungerstreiks in Gefängnissen nichts Neues sind. Die medizinische Versorgung sei gesichert, die Sicherheit der Inhaftierten werde laufend überwacht.

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