Zum Welttierschutztag

Alarm in Österreich: Flut an verwaisten Katzenkindern

In Vösendorf warten rund 100 Katzenbabys auf ein Zuhause. Mildere Winter verschärfen die Situation in den Tierheimen.
Heute Tierisch
04.10.2026, 18:07
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Der Herbst war früher eine der typischen Zeiten für Katzenbabys im Tierheim. Doch diese Zeiten sind vorbei: Im Tierschutzhaus Vösendorf kommen mittlerweile das ganze Jahr über Jungtiere an. Aktuell werden dort rund 420 Katzen betreut – etwa 100 davon sind Baby- und Jungkatzen oder Katzenmütter mit ihren Kitten.

Ein Grund dafür sind laut Tierschutz Austria die milderen Winter. Katzen seien dadurch mittlerweile beinahe ganzjährig paarungsbereit. Dazu kommt die hohe Zahl unkastrierter Freigängerkatzen. Für die Tierheime bedeutet das eine wachsende Herausforderung.

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Mehr Katzen, mehr Arbeit, mehr Kosten

Wo mehr Kitten landen, steigt auch der Betreuungsaufwand. Die Tiere brauchen intensive Pflege, medizinische Versorgung und Futter. Gerade Streunerbabys müssen zudem erst sozialisiert werden.

Allein im vergangenen Jahr vermittelte Tierschutz Austria 624 Katzen in ein neues Zuhause. Gleichzeitig steigt die Zahl der Tiere, die betreut werden müssen, kontinuierlich.

Rund um die Uhr Ersatzeltern für die Kleinsten

Besonders aufwendig ist die Versorgung jener Katzenbabys, die ohne Mutter ins Tierheim kommen. Für diese sogenannten "Flaschenkinder" wurde vor drei Jahren das "Glückskatzenprojekt" ins Leben gerufen.

Die Kleinsten brauchen Betreuung sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen dabei praktisch die Rolle von Ersatzeltern und kümmern sich um Aufzucht und Versorgung der Tiere. Das Projekt ist mittlerweile ganzjährig auf Unterstützung angewiesen.

Zwei Katzen statt einer

Wer einem Kitten ein neues Zuhause geben möchte, sollte allerdings nicht nur nach dem süßesten Katzenbaby Ausschau halten. Im Tierschutzhaus werden Jungkatzen grundsätzlich paarweise vermittelt – oder zu einer bereits vorhandenen gleichaltrigen Katze.

Denn die Anschaffung will gut überlegt sein: Katzen können ihre Menschen viele Jahre begleiten und brauchen Zeit, Beschäftigung und eine artgerechte Haltung. Jede erfolgreiche Vermittlung schafft zugleich Platz für ein weiteres Tier in Not.

Spendenaktion zum Welttierschutztag

Rund um den Welttierschutztag am 4. Oktober wollen Mars und Tierschutz Austria nun auf die Situation aufmerksam machen. Im Rahmen einer Aktion werden bis 11. Oktober beim Kauf bestimmter Whiskas- und Pedigree-Produkte automatisch fünf Euro an Tierschutz Austria und das "Glückskatzenprojekt" gespendet.

Doch das Problem hinter der süßen Fassade bleibt: Hinter jedem kleinen Katzenbaby, das im Tierheim landet, stehen hoher Pflegeaufwand und die Frage, wie sich weiterer Nachwuchs verhindern lässt. Fachleute fordern angesichts der Entwicklung verstärkt Kastrations- und Registrierungspflichten für Katzen.

red,04.10.2026, 18:07