Monatelang sorgte eine ungewöhnliche Bewohnerin im oberösterreichischen Buchleiten für Unruhe: Eine frei herumlaufende Pfauendame zog durch die Siedlung, plünderte Gärten und legte sich offenbar sogar mit Katzen an. Mehrfach versuchten Helfer, das Tier einzufangen – ohne Erfolg.
Für die Tierengel Austria Tierrettung wurde die Pfauendame damit zu einer besonders hartnäckigen Einsatzgegnerin. Die Organisation gab dem Vogel kurzerhand den Spitznamen "Terror-Pfau von Buchleiten". "Heute" hat darüber berichtet.
Auf Facebook dokumentierte die Tierrettung die ungewöhnliche Fangaktion unter dem Titel "Operation Fangt mich doch". Die Beiträge sorgten mit humorvollen Einsatzberichten für Aufmerksamkeit.
Unter anderem war von einem "Kack-Angriff" auf die Helfer die Rede. Der Pfau ließ sich offenbar weder von den Einfangversuchen noch von der Ausdauer der Tierschützer beeindrucken. Doch nun kam der entscheidende Moment.
Am 30. September um 6.45 Uhr war das monatelange Fangspiel vorbei. "Die Falle schnappt zu", meldete die Tierrettung. Ein dazu veröffentlichtes, KI-generiertes Bild zeigte einen Pfau symbolisch in Handschellen. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um ein Männchen, da nur die über die markanten Federn für das charakteristische Pfauenrad verfügen.
Damit dürfte die ungewöhnliche Serie von Einsätzen in Buchleiten vorerst beendet sein.
Dass ein Pfau regelmäßig durch Gärten streift, kann für Anwohner durchaus lästig werden. Die Tiere sind Allesfresser und ernähren sich unter anderem von Samen, Früchten und Insekten. Gelegentlich stehen auch kleine Reptilien auf dem Speiseplan.
Ihre Flügel setzen Pfaue vor allem für kurze Flüge ein – etwa, um erhöhte Plätze oder Äste zu erreichen. Dort suchen sie Schutz und verbringen häufig die Nacht.
Buchleiten ist nicht der einzige Ort, an dem ein freilaufender Pfau zur Geduldsprobe für Anwohner wurde. Im niedersächsischen Weener hielt ein blauer Pfau eine Nachbarschaft ebenfalls monatelang auf Trab. Besonders die lauten Rufe des Tieres sorgten dort für Beschwerden.
In Punta Marina bei Ravenna hat sich daraus längst ein ausgewachsenes Problem entwickelt. Rund 120 freilebende Pfauen ziehen dort durch den norditalienischen Badeort. Die Tiere sitzen auf Dächern, spazieren über Straßen und machen auch vor privaten Gärten nicht Halt. Anwohner berichten von zerkratzten Autos, Verschmutzungen und vor allem von lautem Geschrei in der Nacht.