Große Schwerpunktkontrolle am Salzburger Flughafen: AMS, Finanzpolizei, Polizei und Zoll haben gemeinsam 52 Personen aus insgesamt sieben Flügen kontrolliert. Im Fokus stand möglicher Sozialleistungsbetrug.
Dabei wurden insgesamt 63 Dokumente überprüft. Bei zwei Frauen konkretisierte sich laut Polizei ein ursprünglicher Anfangsverdacht. Beide beziehen Arbeitslosengeld beziehungsweise Notstandshilfe.
Besonders auffällig ist der Fall einer 30-jährigen Oberösterreicherin. Sie hat laut Aussendung seit 2023 Arbeitslosengeld und Notstandshilfe im Gesamtwert von rund 40.000 Euro bezogen. Gleichzeitig wurden bei der Frau mehrere nicht gemeldete Auslandsaufenthalte festgestellt. Ob tatsächlich Sozialleistungsbetrug vorliegt, wird derzeit noch geprüft.
Auch eine 41-jährige Salzburgerin geriet bei der Kontrolle ins Visier. Sie bezieht erst seit kurzer Zeit Arbeitslosengeld. Bei ihr wurde zumindest ein nicht gemeldeter Aufenthalt im Ausland festgestellt. Auch dieser Fall wird weiter untersucht.
Hintergrund der Kontrollen: Während eines Auslandsaufenthalts besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Arbeitslosengeld. Es gibt allerdings gesetzlich vorgesehene Ausnahmen, etwa bei einer Eheschließung, einer schweren Erkrankung oder einem Todesfall in der Familie.
Mit den beiden Fällen ist die Aktion noch nicht abgeschlossen. Bei den übrigen 50 kontrollierten Personen laufen weitere Detailabfragen. Dabei werden unter anderem Daten bei der Pensionsversicherungsanstalt und der Österreichischen Gesundheitskasse überprüft.
Die Behörden schauen dabei nicht nur auf Arbeitslosengeld. Auch mögliche Unregelmäßigkeiten beim Bezug von Pflegegeld, Ausgleichszulage und Krankengeld in Verbindung mit nicht gemeldeten Auslandsaufenthalten werden geprüft. Weitere Verdachtsfälle könnten deshalb noch dazukommen. Eine endgültige Schadenssumme gibt es derzeit nicht.
Die Zahl der Anzeigen wegen Sozialleistungsbetrugs ist in Salzburg zuletzt deutlich gestiegen. 2025 erstattete die Polizei 275 Anzeigen, 2024 waren es noch 153. Das entspricht einem Plus von knapp 80 Prozent.