Jeder vierte Erstklässler

An einer Schule: 40 Kinder müssen 1. Klasse wiederholen

An einer Grundschule in Gelsenkirchen (D) müssen 40 Kinder die 1. Klasse wiederholen. Als Hauptgrund werden massive Sprachprobleme genannt.
Newsdesk Heute
12.02.2026, 15:49
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Mehr als jedes vierte Kind einer Grundschule in Gelsenkirchen (D) muss die 1. Klasse wiederholen. Die hohen Zahlen sorgen für Besorgnis, vor allem wegen massiver Sprachprobleme vieler Schüler.

An der Grundschule Georgstraße im Bezirk Mitte haben von knapp 150 Erstklässlern 40 Kinder die Versetzung in die zweite Klasse nicht geschafft. Bereits im Vorjahr waren es 32 Mädchen und Buben gewesen, die nicht aufsteigen konnten, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Zum Vergleich: An zwei anderen Volksschulen in Gelsenkirchen müssen jeweils nur 14 Kinder bzw. 12 wiederholen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es die sogenannte Schuleingangsphase (SEP), die Unterschiede beim Lernstand und bei den Sprachkenntnissen ausgleichen soll. Diese Phase kann – je nach Entwicklung – ein, zwei oder drei Jahre dauern. Regulär sind zwei Jahre vorgesehen. Offiziell gilt das nicht als Sitzenbleiben.

Hohe Zuwanderungsdichte

Als ein wesentlicher Faktor für die besonders hohen Zahlen im Bezirk Mitte gilt die dort hohe Zuwanderungsdichte. "Es gibt dort viele Kinder, die noch nicht einmal über das sprachliche Grundgerüst verfügen", sagte Stadträtin Anne Heselhaus zur WAZ. Fehlende Sprachkenntnisse erschweren den Einstieg in den Schulalltag erheblich.

Die zuständige Dezernentin betont deshalb die Bedeutung früher Sprachförderung. Idealerweise sollten Kinder bereits im Alter von drei oder vier Jahren in der Kita Deutsch lernen. Als mögliche Lösung bringt sie eine Kindergarten-Pflicht ins Spiel. Dafür müsste jedoch das Land Nordrhein-Westfalen das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) ändern.

In ganz Gelsenkirchen müssen insgesamt 281 Kinder die erste Klasse wiederholen. Dem stehen 2.906 Anmeldungen für das Schuljahr 2026/27 gegenüber. Mit einer Gesamtkapazität von 3.010 Plätzen wären rechnerisch ausreichend Schulplätze vorhanden. Dennoch müssen in dicht besiedelten Stadtteilen zusätzliche Klassen eingerichtet werden.

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