Der 66. Geburtstag lief für den einstigen Prinzen Andrew anders ab, als er es sich wohl vorgestellt hatte. In der Früh rollten sechs Polizeiautos vor sein Grundstück an. Dann klickten die Handschellen.
Auf dem weitläufigen Anwesen in Sandringham rollen mehrere zivile Polizeiwagen vor. Unauffällige Beamte steigen aus – keine Uniformen, keine Sirenen.
Für Andrew Mountbatten-Windsor (66) kommt der Besuch völlig überraschend. Die Polizisten teilen ihm mit, dass sein Haus durchsucht wird – und dass er in Polizeigewahrsam genommen werden soll.
Während der Ex-Royal eigentlich seinen 66. Geburtstag feiern wollte, wird er offiziell festgenommen. Die Einsatzkräfte handeln mit äußerster Diskretion. Ein klarer Befehl soll gewesen sein: keine Aufmerksamkeit, kein Blitzlicht, kein Aufsehen.
Die Fahrzeuge verlassen das 8.100 Hektar große Anwesen. Nicht über die Hauptzufahrt, sondern über abgelegene Feldwege. Ziel: den prominenten Tatverdächtigen, der unter dem Verdacht des Amtsmissbrauchs steht, möglichst ungesehen abzutransportieren.
Die Wagenkolonne nimmt bewusst Umwege in Kauf, um Journalisten zu umgehen. Ziel ist das Police Investigation Center im Ort Aylsham, rund eine Autostunde entfernt. Auch hier gilt: so wenig Öffentlichkeit wie möglich.
Ankunft im nüchternen Polizeigebäude, das in einem Gewerbegebiet liegt. Kosten des Neubaus: 1,7 Millionen Pfund. Für Andrew beginnt nun der Alltag eines Festgenommenen – ohne Sonderbehandlung.
In speziell ausgewiesenen Durchsuchungsräumen wird Andrew einer Leibesvisitation unterzogen. Es folgen erkennungsdienstliche Fotos („ED-Bilder“), die Abnahme von DNA-Material und mehrere Stunden Vernehmung.
Unterbrochen wird diese lediglich durch ein Mittagessen und eine Tee-Pause. Wie diskret alles abläuft, zeigt eine Szene am Nachmittag: Ein Polizist, der gerade seinen Dienst antritt und auf Andrew angesprochen wird, reagiert schmunzelnd: "Welchen Andrew meinen Sie?"
Nur eines versichert er: "Jeder bei uns bekommt anständiges Essen."
Ein Chauffeur fährt durch ein Rolltor auf das Polizeigelände. Der schwarze Range Rover wartet.
Andrew verlässt den Polizeigewahrsam. Mit angespanntem, fast angstvollem Blick sitzt er auf der Rückbank. Zwei Fahrzeuge rasen vom Gelände – deutlich zu schnell.