Andrew Mountbatten-Windsor wurde an seinem Geburtstag festgenommen. Der Vorwurf: Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit den Epstein-Akten. Laut 20 Minuten ist so ein Vorfall in der Geschichte der Royals eine Rarität.
Das letzte Mal war das im Jahr 1647 der Fall – und da erwischte es keinen Ex-Prinzen, sondern den König höchstpersönlich: Charles I.
Zu dieser Zeit tobte in England ein Bürgerkrieg. Charles I. regierte jahrelang ohne Parlament, verlangte eigenmächtig Steuern und ignorierte seine politischen Gegner. Der Streit eskalierte, es kam zu offenen Kämpfen zwischen den Truppen des Königs und denen des Parlaments.
1646 musste Charles I. schließlich kapitulieren. Die Schotten, bei denen er Zuflucht gesucht hatte, lieferten ihn Anfang 1647 an das englische Parlament aus. Wenig später wurde er von Soldaten der sogenannten New Model Army festgenommen.
Historiker sprechen hier von einer Verhaftung durch die eigenen Untertanen. Die Encyclopaedia Britannica nennt 1647 einen Wendepunkt: Der König war ab diesem Moment nicht mehr Herrscher, sondern ein Gefangener der Politik.
Am 30. Jänner 1649 wurde Charles I. öffentlich hingerichtet. Es war das erste und einzige Mal in der britischen Geschichte, dass ein regierender Monarch von seinen eigenen Untertanen zum Tode verurteilt wurde. Nach der Hinrichtung wurde die Monarchie abgeschafft und England zur Republik.
Die Parallele sorgt trotz des riesigen Zeitabstands für Aufsehen. Wie damals steht auch heute die Frage im Raum: Gilt das Gesetz wirklich für alle – auch für Royals?
Der britische Premierminister Sir Keir Starmer stellte am Donnerstag klar: "Niemand steht über dem Gesetz." Genau diese Frage war im 17. Jahrhundert Auslöser für einen Bürgerkrieg.
Aber diesmal ist alles anders: 1647 stand die staatliche Ordnung auf dem Spiel, heute läuft alles in geordneten Bahnen ab. Andrew ist kein Staatsoberhaupt, Großbritannien ist keine absolute Monarchie mehr.
Andrew Mountbatten-Windsor ist zudem kein König und auch kein arbeitendes Mitglied der Royal Family mehr. Seit Jänner 2022 hat er auf Anordnung von Queen Elizabeth alle militärischen Titel und Schirmherrschaften verloren. Außerdem darf er seine Anrede "His Royal Highness" (HRH) nicht mehr offiziell verwenden.
Trotzdem zeigt der Rückblick: Eine Festnahme im Umfeld der Royals ist eine absolute Ausnahme. Seit Charles I. im Jahr 1647 gab es keinen vergleichbaren Fall mehr. Kleinere Gesetzesverstöße wurden höchstens mit einer Geldstrafe geahndet.