Halloween steht vor der Tür. Während hierzulande Gespenster und Geister für Angst und Schrecken sorgen, sind es in Brüssel ganz andere Kaliber, die den EU-Beamten das Fürchten lehren.
Ausgerechnet Österreichs Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP) sorgt bei manchen Mitarbeitern der EU-Kommission offenbar für schlaflose Nächte. Das berichtet das Brüsseler Nachrichtenportal "Politico" in einem augenzwinkernden Halloween-Special über die größten Angstgegner im EU-Machtzentrum.
Der Grund für das angebliche Zittern in Brüssel ist allerdings weniger gruselig als finanziell schmerzhaft: Bauer macht sich seit Monaten für Einsparungen bei der EU-Verwaltung stark. Besonders die Ausgaben für Beamtengehälter und Büros hat die österreichische Ministerin ins Visier genommen. Damit hat sie sich in der EU-Kommission offenbar nicht nur Freunde gemacht. Laut "Politico" fürchten manche EU-Beamte und sogar deren Familien die Sparpläne der Ministerin.
Wie groß Bauers Einfluss mittlerweile ist, zeigt laut dem Bericht auch ein Scherz, der unter EU-Beamten kursieren soll: Demnach würden sie ihre Delegationen bei Reisen nach Österreich vorsorglich verkleinern.
Tatsächlich kann Bauer bereits auf einen Verhandlungserfolg verweisen. Ihre Initiative für niedrigere Verwaltungskosten, die von zahlreichen EU-Staaten unterstützt wird, hat dazu beigetragen, dass im jüngsten Budgetvorschlag acht Prozent weniger Verwaltungsausgaben vorgesehen sind.
Doch nicht nur Österreichs Ministerin sorgt in Brüssel offenbar für Angst und Schrecken. Wie "Politico" berichtet, geht unter EU-Diplomaten, Beamten und Abgeordneten vor allem die Furcht vor Frankreichs rechter Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen um.
Die Sorge: Le Pen könnte bei einem Wahlsieg Frankreichs Beitrag zum EU-Budget halbieren, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vom bisherigen EU-Kurs abbringen und sogar den Rücktritt von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordern. Deutlich weniger Sorgen bereitete den EU-Vertretern laut dem Bericht hingegen Parteikollege Jordan Bardella, dem man einen pragmatischeren Umgang mit Brüssel zutraut.