Ausgerechnet am Nationalfeiertag hatte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Debatte angestoßen: Auf die Frage eines Mädchens, weshalb Menschen, die in Österreich geboren werden, nicht automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten, antwortete das Staatsoberhaupt – wie von "Heute" berichtet – mit den Worten: "Ich würde das auch unterstützen. Aber das Gesetz ist derzeit leider ein anderes."
Auch die Petition von Filmemacherin Olga Kosanović ("Ein Pass, der passt!") sorgte für eine Debatte, die bis ins ZiB-2-Studio führte und die auch IHS-Chef Holger Bonin "richtig und wichtig" findet.
Grünen-Vizechefin Alma Zadić brachte sich sogleich ein. Sie hält das aktuelle System für "vollkommen überholt"; Österreich habe "eines der strengsten Staatsbürgerschaftsgesetze der Welt". Zadić: "Das passt einfach nicht mehr in eine moderne, offene und globale Zeit."
Die Ex-Ministerin erläutert: "Ja, die Staatsbürgerschaft ist das, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Aber genau deshalb braucht es ein Gesetz, das Menschen, die ihre Heimat hier gefunden haben, einbindet und nicht ausschließt." Sie verweist auch auf die hohen Kosten und unterstützt die Initiative daher "aus voller Überzeugung".
„Ich möchte gar nicht wissen, was für eine Magnetwirkung es hat, wenn wir die Staatsbürgerschaft erleichtern.“Claudia Bauer Integrationsministerin (VP)
Diametral anderer Meinung ist Integrationsministerin Claudia Bauer (VP). Im "Heute"-Gespräch sagt sie "Nein" zu einer Aufweichung: "Es gibt ganz klare Regeln, wie man österreichischer Staatsbürger wird. Ich sehe keinen Grund, das zu lockern."
Auch das Argument, dass viele, die hier geboren und aufgewachsen sind, keine österreichische Staatsbürgerschaft haben, lässt sie nicht gelten: "Jeder Mensch wird sehr stark von seinen Eltern und dem Umfeld geprägt, in das er geboren wird. Und was da weitergegeben wird, ist nicht unbedingt mit unseren österreichischen Werten vereinbar. Deshalb bin ich der Meinung, dass wir auch weiterhin bei unseren strengen Regeln für die österreichische Staatsbürgerschaft bleiben sollten."
Wer Österreicherin oder Österreicher werden wolle, müsse – so Bauer – "unsere Sprache sprechen, sich und seine Familie selbst erhalten können, unsere Werte achten und unbescholten sein".
VP-Bauer "möchte gar nicht wissen, was für eine Magnetwirkung es hat, wenn wir die Staatsbürgerschaft erleichtern. Das kommt nicht in Frage".