Der argentinische Senat arbeitet gerade an einem umstrittenen Gesetzesentwurf zur Stärkung von Privatbesitz - dieser hat nun heftige Proteste in der Hauptstadt Buenos Aires hervorgerufen. Im Zuge dessen kam es zur Konfrontation zwischen Demonstranten und der Polizei.
Wie orf.at berichtet, hatten sich am Donnerstag mehrere tausend Menschen vor dem Sitz des Senats versammelt, um gegen das neue Gesetz zu demonstrieren. Mit Einbruch der Nacht sei die Lage dann eskaliert - Polizeibeamte sollen mit Steinen beworfen worden sein.
Als Reaktion setzte die Polizei Tränengas und Gummigeschoße ein. Zwei Polizisten und ein Demonstrant wurden verletzt, mehr als zehn Menschen festgenommen.
Der neue Gesetzesentwurf der Regierung hatte ursprünglich vorgesehen, ausländischen Staatsbürgern und Unternehmen den Erwerb von Landbesitz zu erleichtern. Demonstranten reagierten unter anderem mit Transparenten mit der Aufschrift "Das Vaterland steht nicht zum Verkauf".
Nach umfassenden Protesten wurde das Vorhaben nun abgeschwächt - laut orf.at beinhaltet es aber weiterhin eine Stärkung von Privatbesitz von Land und Eigentum. Das ruft linke Parteien und Gewerkschaften auf den Plan.
Der argentinische Staatschef Javier Milei hat der linken Opposition in der Vergangenheit wiederholt den Kampf angesagt. Erst vor Kurzem wetterte Milei bei einem Besuch im Nachbarland Brasilien gegen den sogenannten "sozialistischen Abschaum" - und forderte die brasilianische Bevölkerung auf, sich aus der "Unterwerfung der Linken" zu befreien.
Bei der im Herbst bevorstehenden Präsidentschaftswahl in Brasilien unterstützt Milei den rechten Kandidaten Flavio Bolsonaro - Sohn des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro - , der den linksgerichteten Amtsinhaber Da Silva herausfordert. Javier Milei sieht in der Brasilien-Wahl die Chance, die politische Landkarte in Südamerika "ein für alle Mal richtig zu gestalten".