Die Stimmung bei den indirekten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran droht zu kippen: Nach der zweiten Verhandlungsrunde in Genf hat US-Vizepräsident JD Vance Teheran scharf kritisiert: Der Iran erkenne die von Präsident Donald Trump gesetzten "roten Linien" noch immer nicht an.
"In mancher Hinsicht liefen die Gespräche gut", erklärte Vance am Mittwoch. Gleichzeitig sei aber deutlich geworden, dass die Iraner zentrale Forderungen der USA weiterhin nicht akzeptieren würden.
Trotz der Differenzen einigten sich beide Seiten darauf, die Verhandlungen fortzuführen. Vance betonte jedoch, dass Trump jederzeit entscheiden könne, wann Diplomatie "ihr natürliches Ende erreicht" habe. "Wir hoffen, dass es nicht so weit kommt", sagte der US-Vizepräsident im Interview mit Fox News – warnte aber: Sollte es scheitern, liege die Entscheidung beim Präsidenten.
Auch iranische Vertreter äußerten sich nach dem Treffen optimistisch. Außenminister Abbas Araktschi sprach von einer Einigung über einen "Satz von Leitprinzipien", der den Weg zu einem möglichen Abkommen ebnen könnte. Omans Außenminister Badr Albusaidi, der als Vermittler fungiert, sprach ebenfalls von "guten Fortschritten".
US-Präsident Trump hatte zuletzt erneut mit drastischen Konsequenzen gedroht, falls keine Einigung zustande kommt. Am Montag sprach er von nicht näher genannten "Konsequenzen" – auch ein Militäreinsatz steht im Raum.
Teheran will laut eigener Aussage ausschließlich über das Atomprogramm und die Aufhebung von Sanktionen verhandeln. Die USA und Israel fordern jedoch zusätzlich Gespräche über das iranische Raketenprogramm.
Irans Präsident Massud Peseschkian bekräftigte in einem Interview, dass sein Land "absolut keine Atomwaffen anstrebt". Man sei offen für internationale Kontrollen.
"Falls jemand das überprüfen möchte, sind wir offen", erklärte Peseschkian.