"Kein Honiglecken": Pornostar über harte Realität

Mick Blue mit den Pornostars Kendra Sprade (li.), Anikka Albrite (Mi.) und Bree Daniels (re.)
Mick Blue mit den Pornostars Kendra Sprade (li.), Anikka Albrite (Mi.) und Bree Daniels (re.)Instagram/mickblueracing
Mick Blue hat mit rund 5.000 Frauen vor der Kamera Sex gehabt und zählt zu den größten Pornostars. Der Job ist aber nicht immer nur "Spaß und Party".

Der Österreicher Mick Blue hat das geschafft, wovon viele männliche Erotik-Darsteller nur träumen: der 44-Jährige gehört zu den gefragtesten und bekanntesten Sex-Akteuren der Welt und ist ein echter Pornostar. Über 4.000 professionelle Szenen hat der gebürtige Grazer bis dato gedreht und die Liste seiner Dreh-Partnerinnen ist lange. "Ich würde sagen, dass ich mit zwischen 4.000 und 5.000 Frauen Sex gehabt habe", verrät der Steirer im Gespräch mit "Heute". "Die ersten 30 Frauen in meinem Leben habe ich noch gezählt, dann habe ich aufgehört."

Und in der "Sex-Liste" des Österreichers finden sich die Namen der größten Stars. Egal ob Jesse Jane, Kayden Kross, Nicole Aniston, Anikka Albrite (seit 2014 seine Ehefrau), Katsuni, Alexis Texas, Riley Reid, Stoya, Sasha Grey, Jenna Haze, Brittany Andrews, Little Caprice, Nicolette Shea, Nikki Benz, Jill Kassidy, Tori Black, Harmony Wonder, Kendra Sprade, Bree Daniels, Desiree Dulce oder Romi Rain – die "Liste" seiner weiblichen Kolleginnen ist beachtlich und ließe sich noch um den einen oder anderen Namen ergänzen (Anm. eine kleine Auswahl findest du in der nachfolgenden Diashow).

Ein berühmter Name fehlt Mick Blue aber auf seiner "Bucket-Liste" und zwar der von Porno-Ikone Jenna Jameson. "Sie hat kurz, nachdem ich in Amerika angekommen bin, aufgehört. Und es hat eine Zeit gebraucht, bis ich einen Namen in den USA gehabt habe bzw. bis ich überhaupt die Chance bekommen hätte, mit ihr zu drehen. Das habe ich gerade nicht geschafft." Von Traurigkeit aber keine Spur: "Es waren aber viele, viele andere wahnsinnig berühmte Frauen, ich kann mich also nicht beschweren", erklärt der Österreicher gegenüber "Heute".

"Oma hat in Porno-Szene zu weinen angefangen"

Mehr als 20 Jahre ist der Steirer nun schon als Pornodarsteller tätig und der 44-Jährige hat nicht nur mit den bekanntesten Stars und für die größten Unternehmen der Erotik-Branche gedreht, sondern auch an den schönsten Locations der Welt, darunter etwa auf Ibiza, Kroatien oder in den USA, wo Blue seit dem Jahr 2004 lebt. Doch der Weg bis dorthin war nicht immer einfach und der Österreicher musste im Laufe seiner Karriere oft die Zähne zusammenbeißen. So ist dem Grazer etwa bis heute ein schlimmer Dreh in Ungarn in Erinnerung geblieben, bei dem er als junger Darsteller mit einer älteren Dame (60+) Sex vor der Kamera hatte.

"Ich habe mit ihr dann die Szene gemacht, aber alle fünf Minuten ist mein Penis schlaff geworden. Ich habe dann immer wieder an schöne Sachen denken müssen, damit ich weitermachen kann", erinnert sich Blue im Gespräch mit "Heute" zurück. "Mitten in der Szene hat die Oma dann zu weinen begonnen, weil ich sie nicht attraktiv gefunden habe und mein Penis nicht mehr wollte", erzählt der Steirer weiter. Er hätte die Szene mit der älteren Dame dann aber doch noch erfolgreich zu Ende drehen können - die ganze Story liest du hier >>>

Doch Mick Blue ließ sich davon nicht abhalten und blieb hart. Im Laufe der Jahre kletterte der Steirer dann auf der Karriere-Leiter immer weiter nach oben. Aber selbst an der Spitze blieb er von schwierigen Porno-Drehs nicht verschont. Denn nicht immer stimmte etwa die Chemie mit seiner Dreh-Partnerin. "Wenn du mit so vielen Frauen gedreht und so viele Produktionen hattest, wirst du immer Szenen gehabt haben, wo du dir denkst, mit dieser Dame will ich nicht mehr arbeiten", stellt Blue gegenüber "Heute" klar.

"Wer will schon Sex auf einem Stein haben?"

Aber: "Wenn du für eine Szene engagiert wirst, dann bist du ein Profi und du musst das erledigen. Und dass das nicht immer alles Honiglecken, Spaß und Party ist, ist auch klar. Deswegen wirst du aber gebucht, dass du es zusammenbringst, auch wenn es dir nicht gefällt." Auch bei den Produktionen sei es oft alles andere als einfach gewesen, denn nicht immer haben Darsteller gemütlichen Sex im Bett. "Es gibt auch Drehs, wo dir gesagt wird, du hast jetzt Sex auf einem Stein. Wer will schon mit einer Frau Sex auf einem Stein haben?", fragt der 44-Jährige.

Im normalen Leben würde man darauf vermutlich eher nicht kommen, "aber wenn die Produktion sagt, dann musst du das halt eben machen. Das ist dein Job." Zu Beginn seiner Karriere hätte er dabei noch nicht wirklich ein Mitspracherecht gehabt, das habe sich mittlerweile aber deutlich geändert. "Jetzt, wo ich mir einen Namen erarbeitet habe, habe ich schon ein Wort mitzureden", erklärt der Steirer. Und: "Ich kann jetzt zum Produzenten gehen und sagen: 'Hör mal, der Stein ist schön, aber wenn wir jetzt ein bisschen was dazu geben können, dann können wir eine bessere Szene machen.'"

"Leben wie ein Athlet"

Grundsätzlich müsse man sich "das Wort und das Recht etwas sagen zu können" in der Porno-Branche aber erst erarbeiten – und das hat Mick Blue in den vergangenen 20 Jahren auch geschafft. Auch wenn der Weg bis dorthin nicht immer einfach war, der Erfolg spricht für den Steirer und seine Hartnäckigkeit. Der 44-Jährige ist selbst in der Corona-Krise ein gut gebuchter Darsteller und steht teilweise bis zu sieben Tage die Woche vor der Kamera. Doch wie bereitet sich eigentlich ein Pornostar auf die Szenen vor?

"Wenn du in diesem Bereich der Porno-Branche bist, wo ich mich bewege, dann arbeitest du am höchsten Level. Das heißt, du bist kein Normalbürger mehr, sondern bist im Prinzip ein Athlet", erklärt Mick Blue "Heute". "Und wenn du ein Athlet bist, egal für welche Sportart, dann musst du auch dementsprechend wie ein Athlet leben. Du schaust also auf deinen Körper, achtest auf deine Gesundheit und wirst am Vortag sicher keine Party feiern oder dir Drogen reinhauen, denn dann kannst du keine Leistung bringen."

Mick Blue und ein Espresso

Ein Pornodarsteller würde im Endeffekt so leben, "wie wenn du jeden Tag einen Wettkampf haben würdest". Und dabei spielt natürlich auch die richtige Ernährung ein großes Thema. "Ich esse, was mir schmeckt, also nichts Spezielles. Vor dem Dreh ist mir aber wichtig, was und wann ich esse und was nicht. Mit vollem Magen werde ich nicht zum Sex-Dreh gehen", so der Steirer. Der Grund ist ganz einfach: "Dann bekommt der Penis nämlich kein Blut."

Fünf bis sechs Stunden vor einer Produktion isst der Österreicher daher nicht wirklich etwas, "eher ewas leicht Verdauliches. Was meinen Penis aber immer hart macht, ist Espresso. Und Espresso trinke ich den ganzen Tag", lacht der 44-Jährige im Gespräch mit "Heute". Zu einem Espresso am Porno-Set sage er daher auf keinen Fall "Nein".

Neben der Ernährung spiele auch die Fitness eines Darstellers eine wesentliche Rolle, ein kleiner Bauch sei aber jetzt nicht unbedingt ein No-Go für einen Dreh. Denn: "Die Firmen haben lieber jemanden, der die Szene zustande bringt, als einen, der super hübsch und durchtrainiert ist, aber dessen 'bestes Stück' nicht steht", erklärt Mick Blue zu "Heute". Im Klartext: Lieber ein harter Penis als ein harter Bauch.

Land der Berge

Im nächsten Teil der "Mick Blue"-Reihe am 29. Mai spricht der Steirer dann über seine alte Heimat Österreich, wie oft er noch die Alpenrepublik besucht und verrät, was er am meisten am Land der Berge vermisst.

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