Pandora ist wieder da. Und schöner denn je – zumindest auf den ersten Blick. Mit der neuen Erweiterung "From The Ashes" kehrt Ubisofts Open-World-Abenteuer "Avatar: Frontiers of Pandora" zurück und schickt Spielerinnen und Spieler erneut in die schillernde, gefährliche Welt der Na’vi. Doch dieses Mal liegt ein Schatten über dem paradiesischen Planeten. Wo früher üppige Flora und leuchtende Farben dominierten, zeichnen nun verbrannte Landschaften, Aschewolken und zerstörte Ökosysteme ein düstereres Bild. Der DLC verspricht mehr Fokus, mehr Story und weniger Leerlauf – eine Reaktion auf die gemischten Stimmen zum Hauptspiel.
Doch hält "From The Ashes" dieses Versprechen wirklich ein? Oder bleibt es bei einer hübschen Kulisse mit bekannten Schwächen? Der neue Schauplatz der Erweiterung wirkt wie ein Mahnmal. Weite Landstriche Pandoras wurden von der RDA verwüstet, ganze Wälder sind verbrannt, die Natur kämpft ums Überleben. Ubisoft setzt hier bewusst auf Kontraste: Zwischen Aschefeldern, rauchenden Kratern und zerstörten Biomen finden sich immer wieder kleine Oasen, in denen das Leben langsam zurückkehrt. Technisch ist das beeindruckend umgesetzt. Die Testversion und die PlayStation 5 zeigen, wozu sie fähig sind.
Dynamische Beleuchtung, realistische Rauch- und Partikeleffekte sowie dichte Vegetation sorgen für eine Atmosphäre, die bedrückender ist als im Hauptspiel. Pandora wirkt nicht mehr wie ein reines Postkartenparadies, sondern wie ein Planet im Überlebenskampf. Dieser visuelle Stilwechsel passt zum Titel der Erweiterung. "From The Ashes" erzählt keine Geschichte von unberührter Schönheit, sondern von Verlust, Zerstörung und Hoffnung auf Erneuerung. Im Zentrum der Handlung steht erneut der Konflikt zwischen den Na'vi und der menschlichen RDA. Doch diesmal wird er persönlicher erzählt.
Die Story konzentriert sich stärker auf einzelne Schicksale, auf verletzte Clans, verlorene Heimat und den Versuch, Pandora zurückzuerobern. Die Erzählweise ist kompakter als im Hauptspiel. Statt sich in endlosen Nebenaufgaben zu verlieren, folgt die Erweiterung einer klareren Linie. Das sorgt für ein besseres Tempo, auch wenn die Handlung insgesamt eher solide als überraschend bleibt. Große emotionale Höhepunkte oder unerwartete Wendungen sucht man vergeblich, doch das Grundgerüst funktioniert. Die Dialoge bleiben sachlich, manchmal etwas nüchtern, erfüllen aber ihren Zweck.
Wer sich für die Welt von "Avatar" interessiert, bekommt eine stimmige Erweiterung der Lore, ohne dass neue narrative Maßstäbe gesetzt werden. Was "From The Ashes" besonders macht, ist das neue Gefühl für die Spielwelt. Die zerstörten Gebiete erzeugen eine ganz andere Stimmung als die leuchtenden Dschungel aus dem Hauptspiel. Hier geht es weniger um Staunen, mehr um Überleben. Der Kontrast zwischen Leben und Zerstörung wird gezielt eingesetzt. Man fliegt über verbrannte Ebenen, hört das Knistern der Asche unter den Füßen und entdeckt Ruinen, die an die Macht der RDA erinnern.
Gleichzeitig gibt es Momente der Hoffnung, wenn sich neue Pflanzen ihren Weg durch die Trümmer bahnen. Dieser Wechsel verleiht Pandora eine neue emotionale Tiefe, auch wenn die Spielmechaniken im Kern unverändert bleiben. Spielerisch bleibt "From The Ashes" dem bekannten Konzept treu. Erkundung, Kämpfe, Crafting und Missionen folgen dem Muster des Hauptspiels. Wer bereits viele Stunden in "Avatar: Frontiers of Pandora" verbracht hat, wird sich sofort zurechtfinden. Die Steuerung ist weiterhin solide, das Bewegungsgefühl als Na'vi wirkt agil und flüssig. Besonders das Gleiten durch die Luft oder das Klettern bleiben Highlights.
Neu ist vor allem der stärkere Fokus auf strukturierte Missionen. Die Aufgaben sind klarer inszeniert, weniger zerstreut über die Karte verteilt und erzählerisch besser eingebettet. Dennoch bleibt das Gameplay konservativ. Große Innovationen oder neue Spielmechaniken fehlen. Die Gefechte gegen die RDA funktionieren nach bekannten Mustern. Fernkämpfe mit Bogen und Gewehr wechseln sich mit direkten Konfrontationen ab. Die Gegner verhalten sich vorhersehbar, bieten aber genug Widerstand, um Spannung zu erzeugen. Das Waffenarsenal bleibt überschaubar, aber effektiv.
Neue Werkzeuge sorgen für leichte Abwechslung, ohne das Kampfsystem grundlegend zu verändern. Wer auf taktische Tiefe hofft, wird jedoch enttäuscht. Die Kämpfe setzen weiterhin auf klassische Ubisoft-Formeln. Visuell sind die Auseinandersetzungen eindrucksvoll inszeniert. Explosionen, Rauch und zerstörbare Umgebungen tragen zur Intensität bei, auch wenn spielerisch wenig Neues geboten wird. Ein Kritikpunkt am Hauptspiel war die Fülle an Nebenaktivitäten, die oft vom eigentlichen Erlebnis ablenkten. "From The Ashes" geht hier einen Schritt in die richtige Richtung.
Die Welt ist kompakter gestaltet, die Inhalte stärker gebündelt. Das sorgt für ein angenehmeres Spieltempo. Man verliert sich weniger in belanglosen Aufgaben und bleibt näher an der zentralen Geschichte. Trotzdem bleibt die Open World typisch Ubisoft: groß, hübsch, aber manchmal etwas leer. Wer gerne jeden Winkel erkundet, wird weiterhin belohnt – wer nur der Story folgen will, kommt schneller zum Ziel. Auf der PlayStation 5 läuft "From The Ashes" stabil und optisch beeindruckend. Die Ladezeiten sind kurz, die Framerate ist konstant. Die Kombi aus hoher Auflösung und detaillierten Umgebungen lässt Pandora lebendig wirken.
Besonders die Lichteffekte in den zerstörten Gebieten stechen hervor. Rauch, Feuer und Aschepartikel erzeugen eine dichte Atmosphäre, die das neue Szenario glaubwürdig macht. Auch der Sound trägt zur Immersion bei. Die Mischung aus Naturgeräuschen, Musik und Umgebungsgeräuschen verstärkt das Gefühl, sich auf einem fremden, aber faszinierenden Planeten zu befinden. "From The Ashes" lebt von seiner Stimmung. Die Erweiterung vermittelt das Gefühl eines Planeten, der verletzt wurde, sich aber nicht aufgibt. Dieser Ton zieht sich durch das gesamte Erlebnis.
Die zerstörten Landschaften wirken nicht nur wie Kulissen, sondern wie erzählerische Elemente. Sie erzählen von Konflikten, Verlusten und dem Widerstand der Na'vi. Gleichzeitig gibt es immer wieder Momente der Schönheit. Sonnenlicht, das durch Rauchschwaden bricht, oder Pflanzen, die sich ihren Weg durch die Asche bahnen, setzen gezielte Akzente. Die Geschichte erfüllt ihren Zweck, bleibt aber in sicheren Bahnen. Es gibt keine großen Überraschungen, keine mutigen Erzählentscheidungen. Stattdessen setzt Ubisoft auf eine klassische Erzählstruktur mit klaren Fronten und bekannten Motiven.
Das ist nicht schlecht, aber auch nicht außergewöhnlich. Fans der "Avatar"-Welt bekommen eine stimmige Erweiterung, während Neulinge keine großen Aha-Momente erleben werden. Die Erweiterung ist kompakter als das Hauptspiel, bietet aber genug Inhalt für mehrere Stunden Spielspaß. Der Fokus liegt klar auf einer strafferen Erfahrung ohne übermäßige Ablenkung. Wer alle Gebiete erkundet und Nebeninhalte mitnimmt, kann deutlich mehr Zeit in Pandora verbringen. Trotzdem bleibt "From The Ashes" überschaubar und fühlt sich nicht künstlich gestreckt an. Im direkten Vergleich wirkt "From The Ashes" fokussierter und atmosphärischer.
Die neue Umgebung sorgt für frischen Wind, während die Story persönlicher erzählt wird. Gleichzeitig bleiben viele der alten Schwächen bestehen. Das Gameplay ist solide, aber wenig innovativ. Die Erzählung ist funktional, aber nicht besonders mutig. Die Erweiterung verbessert das Grundspiel an den richtigen Stellen, ohne es neu zu erfinden. Fans von "Avatar: Frontiers of Pandora" bekommen hier eine stimmige Fortsetzung, die die Welt von Pandora um eine düstere Facette erweitert. Wer das Hauptspiel mochte, wird sich auch hier wohlfühlen. Spielerinnen und Spieler, die auf revolutionäre Neuerungen hoffen, könnten jedoch enttäuscht sein.
Die Erweiterung setzt auf bewährte Konzepte statt auf radikale Veränderungen. "Avatar: Frontiers of Pandora – From The Ashes" ist eine atmosphärisch starke Erweiterung, die Pandora von seiner düsteren Seite zeigt. Die zerstörten Landschaften, die fokussiertere Story und die technische Umsetzung auf der PlayStation 5 sorgen für ein eindrucksvolles Erlebnis. Spielerisch bleibt alles beim Alten. Das Gameplay ist solide, aber wenig innovativ. Die Geschichte ist ordentlich erzählt, ohne große emotionale Höhepunkte zu liefern. Unter dem Strich ist "From The Ashes" keine Revolution, aber eine gelungene Ergänzung für Fans der Reihe.