Alarm trotz Freigabe

Badegäste sollten Traumstrand auf Teneriffa meiden

Am berühmten Playa Jardín fließen täglich Tausende Kubikmeter Abwasser ins Meer. Die Lösung lässt weiter auf sich warten.
Heute Life
01.07.2026, 16:07
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Türkisblaues Meer, Palmen und Sonne satt – für viele Urlauber ist Teneriffa das perfekte Reiseziel. Doch ausgerechnet an einem der bekanntesten Strände der Kanaren sorgt ein massives Abwasserproblem für Schlagzeilen. Am Playa Jardín in Puerto de la Cruz gelangen täglich große Mengen unzureichend gereinigten Abwassers ins Meer, wie unter anderem "Teneriffa News" berichtet.

Traumstrand bleibt Problemfall

Demnach werden derzeit täglich rund 13.000 Kubikmeter unzureichend gereinigtes Abwasser ins Meer geleitet. Die bestehende Kläranlage kann lediglich etwa 7.000 Kubikmeter pro Tag aufbereiten, während insgesamt rund 20.000 Kubikmeter Abwasser anfallen.

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Immer wieder werden erhöhte Werte von Fäkalbakterien gemessen. Diese können Magen-Darm-Erkrankungen oder Hautinfektionen verursachen. Aufgrund der schlechten Wasserqualität war der Traumstrand beinahe ein Jahr lang gesperrt. Erst im Juni 2025 wurde der Strand nach umfangreichen Kontrollen und Sanierungsmaßnahmen wieder freigegeben.

Wie die Inselverwaltung von Puerto de la Cruz in einer Pressemitteilung erklärte, sei die Wiedereröffnung durch die Zusammenarbeit der Stadt, des Inselrats von Teneriffa (Cabildo de Tenerife) und der Regierung der Kanarischen Inseln möglich geworden. Das grundlegende Problem sei damit jedoch nicht gelöst.

Versäumnisse seit mehr als 35 Jahren

Besonders brisant: Die notwendige dritte Reinigungsstufe der Kläranlage hätte laut den zuständigen Behörden bereits beim Bau der Anlage im Jahr 1990 errichtet werden sollen. Tatsächlich wurde das Projekt aber erst mehr als 35 Jahre später in Angriff genommen.

Nach Angaben der Inselverwaltung soll die Erweiterung der Kläranlage frühestens 2028 fertiggestellt werden. Die Investitionskosten liegen bei rund 21 Millionen Euro.

Experten warnen vor neuem Engpass

Kritiker bezweifeln allerdings, dass die geplante Erweiterung langfristig ausreichen wird. Wegen des Bevölkerungswachstums und steigender Touristenzahlen könnten die zusätzlichen Kapazitäten schon in wenigen Jahren erneut an ihre Grenzen stoßen.

Kein Einzelfall auf den Kanaren

Der Fall Playa Jardín ist laut "Teneriffa News" kein Einzelfall. Das Onlineportal berichtete bereits Anfang des Jahres, dass auf den Kanarischen Inseln regelmäßig Abwasser ins Meer gelangt. Demnach soll etwa jede zweite Einleitung sogar illegal erfolgen.

Als Hauptursachen nennen Experten fehlende oder veraltete Kläranlagen sowie eine teilweise unzureichende Kanalisation. Weil die Europäische Union klare Vorgaben für die Abwasserreinigung macht, musste Spanien laut Berichten bereits mehrfach Millionenstrafen wegen Verstößen auf den Kanaren bezahlen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.07.2026, 16:07
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