Die schwarz-rote Koalition in Deutschland plant eine deutlich stärkere Anhebung der Tabaksteuer als bisher vorgesehen. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtete, soll der Preis für eine Packung Zigaretten bis 2030 schrittweise von aktuell rund 8 auf fast 12 Euro steigen – konkret auf 9,10 Euro im Jahr 2027, 9,91 Euro (2028), 10,81 Euro (2029) und schließlich 11,78 Euro im Jahr 2030.
Hintergrund ist laut RND ein neues Loch im deutschen Bundeshaushalt: Weil die gesetzlichen Krankenkassen mehr Steuermittel bekommen sollen als ursprünglich geplant, fehlt ab 2027 Geld. Die zusätzliche Steuererhöhung soll dem Bericht zufolge jährlich rund 800 Millionen Euro mehr einbringen, bis 2030 insgesamt knapp 4,5 Milliarden Euro. In Koalitionskreisen hieß es demnach, die Maßnahme diene neben der Budgetsanierung auch dem Gesundheitsschutz.
Selbst ohne die deutschen Pläne gibt es in Europa bereits enorme Preisunterschiede beim Zigarettenkauf. Das zeigt eine Auswertung von Statista, die die durchschnittlichen Verkaufspreise für eine Packung mit 20 Zigaretten in allen EU-Ländern für 2025 vergleicht.
Spitzenreiter ist Irland mit 18,94 Euro pro Packung, gefolgt von Frankreich (14,25 Euro) und den Niederlanden (12,42 Euro). Der EU-Durchschnitt liegt bei 7,64 Euro – Deutschland lag 2025 mit 8,65 Euro bereits darüber.
Am unteren Ende der Skala liegen Bulgarien (3,69 Euro), Polen (4,88 Euro) und Griechenland (4,96 Euro). Österreich bewegt sich mit 7,04 Euro knapp unter dem EU-Schnitt.
Grund für die teils enormen Unterschiede ist laut Statista die unterschiedliche Besteuerung in den einzelnen Mitgliedstaaten: Der Preis setzt sich jeweils aus einer fixen Abgabe pro 1.000 Zigaretten sowie einem prozentualen Anteil am Verkaufspreis zusammen – über deren Höhe entscheidet jedes Land selbst.
Eine offizielle Ankündigung einer derart drastischen Erhöhung wie in Deutschland gibt es in Österreich aktuell nicht. Ganz unrealistisch ist ein ähnlicher Kurs aber nicht: Auch hierzulande wurde die Tabaksteuer bereits im Februar 2026 angehoben, weitere Schritte sind im Rahmen des Abgabenänderungsgesetzes 2025 bis 2028 bereits fix eingeplant.
Seit April 2026 unterliegen zudem erstmals auch E-Liquids und Nikotinbeutel der Tabaksteuer – eine Maßnahme, von der sich die Regierung bis 2029 rund 500 Millionen Euro erhofft.
Die Motive ähneln sich: Gesundheitsschutz einerseits, klamme Kassen andererseits. Angesichts der angespannten Budgetlage in Österreich ist daher nicht auszuschließen, dass auch bei uns in den nächsten Jahren über weitere Erhöhungen der Tabaksteuer diskutiert wird.