Neue Initiative unterzeichnet

Bald sollen Züge über Kroatien nach Griechenland fahren

Eine neue Bahnstrecke soll Italien über Kroatien mit Griechenland verbinden. Jetzt wurde der erste Schritt für das Mega-Projekt gesetzt.
Leo Stempfl
10.10.2026, 15:01
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Mit dem Zug entlang der Adriaküste bis nach Griechenland? Was derzeit noch nach Zukunftsmusik klingt, könnte in den kommenden Jahren (oder Jahrzehnten) Realität werden. Gleich sieben europäische Länder sollen künftig durch einen neuen Bahnkorridor miteinander verbunden werden. In Kroatien wurde dafür nun eine wichtige Initiative unterzeichnet.

Am 2. Oktober kamen in Zagreb Vertreter aus Politik und Verkehr zusammen, um den Startschuss für den sogenannten adriatisch-ionischen Eisenbahnkorridor zu geben. Ziel ist es, bestehende Bahnstrecken auszubauen, neue Verbindungen zu schaffen und damit den Schienenverkehr in Südosteuropa deutlich zu verbessern.

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Von Triest bis nach Griechenland

Die geplante Strecke hat es in sich: Von der italienischen Hafenstadt Triest (in die Direktzüge ab Wien fahren) soll der Bahnkorridor über Koper in Slowenien und die kroatischen Städte Rijeka, Zadar, Šibenik, Split und Ploče weiter Richtung Süden führen.

Anschließend soll die Verbindung über Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien bis nach Griechenland reichen. Auch die Hafenstädte Bar in Montenegro und Durrës in Albanien sind Teil der Planungen.

Damit könnten künftig nicht nur wichtige Hafenstandorte besser miteinander verbunden werden. Auch für den internationalen Personenverkehr würde sich eine völlig neue Verbindung entlang der Adriaküste ergeben. Konkrete Zugverbindungen sind allerdings noch nicht angekündigt.

Auch neue Bahnstrecken notwendig

Bis die ersten Züge über den gesamten Korridor rollen können, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Denn neben der Modernisierung bestehender Strecken müssen auch völlig neue Bahnverbindungen errichtet werden.

Besonders für Kroatien wäre das Projekt ein großer Schritt. So könnten die Küstenregionen Istrien und Dalmatien besser an das europäische Eisenbahnnetz angebunden werden. Auch eine Bahnverbindung nach Dubrovnik ist langfristig ein Ziel.

Die kroatische Bahninfrastrukturgesellschaft HŽ Infrastruktura arbeitet unter anderem bereits an Planungsunterlagen für einen Eisenbahntunnel durch das Učka-Gebirge. Dieser soll die Anbindung Istriens verbessern.

Nächster Schritt führt nach Brüssel

Angestoßen wurde die Initiative von der kroatischen EU-Abgeordneten Nikolina Brnjac und dem Regionalpolitiker Josip Bilaver. Auch Vertreter der kroatischen Küstenregionen sowie Verkehrsstaatssekretär Žarko Tušek haben das Vorhaben unterzeichnet.

Als Nächstes sollen Gespräche mit den Regierungen der beteiligten Länder stattfinden. Anfang 2027 ist zudem eine große Konferenz im Europäischen Parlament geplant. Anschließend soll die Initiative EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas übergeben werden.

Einen konkreten Zeitplan für den Bau oder die Inbetriebnahme gibt es noch nicht. Bis zur durchgehenden Zugfahrt von Italien über Kroatien nach Griechenland ist es also noch ein weiter Weg. Fest steht aber: Der erste politische Schritt ist gesetzt.

leo,10.10.2026, 15:01