"Töte dich, entführe Kinder"

Balkan-Betrüger gab sich in Wien als Mafia-Pate aus

Ein Kleinkrimineller gab sich vor Bekannten als mächtiges Mafia-Mitglied aus, verlieh Geld und verlangte als "Kredithai" Wucherzinsen.
Wien Heute
09.10.2026, 05:45
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Hoch gepokert, alles verloren: Ein 58-Jähriger soll sich in Wien als Mafia-Pate ausgegeben haben und gab einem in die Bredouille geratenem Bau-Unternehmer Sofort-Kredite, verlangte laut Staatsanwaltschaft als "typischer Kredithai" etwa bei einer 9.000 Euro-Tranche wüste Wucherzinsen von bis zu "2.000 Euro pro Woche".

Um dem Opfer Furcht einzuflößen, soll der schmächtige Balkan-Betrüger behauptet haben, der Patenonkel eines mächtigen Clan-Chefs zu sein, der wegen Morden und Drogendeals im ganz großen Stil weltweit gesucht wird. Er versprach unangekündigten Besuch seiner gefährlichen Freunde, falls er nicht zahlen würde.

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"Er drohte mir auch mit der Entführung meiner Kinder, meinte, er wollte mich komplett nackt ausziehen", gab das Opfer zu Protokoll. Insgesamt sollen 90.000 Euro geflossen sein, bevor für den Verdächtigen – mit den Taschen voll Bargeld – am Wiener Flughafen die Handschellen klickten. Balkan-Behörden hatten zuvor wegen Geldwäsche-Verdacht Alarm geschlagen. Bei einer Hausdurchsuchung wurde ein Notizbuch mit genauer Buchführung gefunden.

Am Donnerstag am Wiener Landl blieb dem Montenegriner also nur das reumütige Geständnis, immer wieder winselte er aber um Gnade oder jaulte mitten in der Verhandlung laut auf. "Bitte, ich habe Kinder…" –  "Ivo! (Anm.: Name geändert) –Reiß dich zusammen jetzt", musste sein Anwalt Rudi Mayer dazwischengehen. Dann kassierte sein wehleidiger Wucherer – mit Sicherheit der am wenigsten furchteinflößende "Mafia-Boss" der Kriminalgeschichte –  u.a. wegen schwerer Erpressung vier Jahre Schmalz, rechtskräftig.

red,09.10.2026, 05:45