Tiroler Studie

Davon essen die Österreicher zu wenig

Junge Erwachsene in Österreich nehmen zu wenig Ballaststoffe zu sich – das erhöht das Risiko für Übergewicht und beeinträchtigt die Gesundheit.
Heute Life
29.11.2025, 13:15
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Ballaststoffe sind für unser Gewicht und die Gesundheit vom Stoffwechsel ganz entscheidend. Trotzdem essen viele davon noch immer zu wenig. Eine neue Studie aus Innsbruck hat sich jetzt angeschaut, wie viel Ballaststoffe junge Leute mit Hochschulabschluss in Österreich wirklich zu sich nehmen und woher sie diese bekommen.
Dazu haben die Mediziner im letzten Frühjahr die tägliche Ballaststoffaufnahme bei 813 Studierenden gemessen. Darunter waren 96 Männer und 717 Frauen, das Durchschnittsalter lag bei etwas mehr als 22 Jahren.

"Ballaststoffe spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Körpergewichts und der Stoffwechselgesundheit. Trotz ihrer Vorteile ist die Ballaststoffzufuhr weiterhin suboptimal. Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Ballaststoffzufuhr, Body-Mass-Index (BMI) und Ballaststoffquellen bei jungen österreichischen Erwachsenen mit Hochschulbildung", schreiben Maria do Carmo Greier von der HNO-Universitätsklinik Innsbruck und Kollegen.

Ballaststoffe sind unverdauliche pflanzliche Nahrungsbestandteile, die für die Verdauung wichtig sind, das Sättigungsgefühl fördern und als Nahrung für Darmbakterien dienen. Sie sind hauptsächlich in Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen enthalten.

"Man unterscheidet zwei Hauptarten von Ballaststoffen: lösliche und unlösliche. Lösliche Ballaststoffe lösen sich in Wasser auf und tragen zur Regulierung des Blutzuckerspiegels und zur Senkung der Cholesterinwerte bei, während nicht lösliche Ballaststoffe das Stuhlvolumen erhöhen und einen regelmäßigen Stuhlgang fördern, Verstopfung vorbeugen und die Verdauung unterstützen", so die Wissenschafter.

So viele Ballaststoffe braucht der Körper

Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag für Erwachsene ab 19 Jahren. Die Leitlinien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und andere Fachgremien in deutschsprachigen Ländern empfehlen zwischen 25 und 35 Gramm täglich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät zu mindestens 25 Gramm.

So wenige Ballaststoffe essen wir

Die wichtigsten Studienergebnisse: "Die mittlere tägliche Ballaststoffzufuhr der Teilnehmer (813) betrug 15,72 Gramm pro Tag. Übergewichtige Personen konsumierten signifikant weniger Ballaststoffe (13,18 Gramm pro Tag; Anm.) als Normalgewichtige (16,09 Gramm pro Tag; Anm.)." Wer einen Body-Mass-Index (BMI) von höchstens 25 hatte, bekam die Ballaststoffe hauptsächlich aus Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Die Übergewichtigen aßen dagegen öfter Kartoffeln und Weißbrot. Je weniger Ballaststoffe, desto höher der BMI – das zeigt die negative Korrelation.

93,1 Prozent der Teilnehmer kamen auf weniger als 25 Gramm Ballaststoffe am Tag. Nur 6,9 Prozent schafften mehr als 25 Gramm. "Eine geringe Ballaststoffzufuhr ist unter jungen Erwachsenen weit verbreitet und mit einem höheren BMI assoziiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Ballaststoffquellen eine Rolle für den Gewichtsstatus spielt", so die Experten. Sie meinen, dass gezielte Aufklärung und ein gesünderes Ernährungsumfeld helfen könnten, die Ballaststoffaufnahme junger Leute zu verbessern und so deren Gesundheit zu fördern.

Die Folgen der Ballaststofflücke

Die Experten sagen: "Viele nehmen weniger als die Hälfte dieser Menge zu sich, was zu dem beiträgt, was heute als Ballaststofflücke bezeichnet wird. Dieser Mangel wird mit steigenden Raten chronischer Erkrankungen, systemischen Entzündungen und einer Schwächung der Darm-Immun-Schnittstelle in Verbindung gebracht. Der Konsum ballaststoffreicher Lebensmittel kann das Darmmikrobiom bereichern, die Immunabwehr stärken, die Stoffwechselfunktion verbessern und das Krankheitsrisiko über die gesamte Lebensspanne senken. Darüber hinaus ist eine geringe Ballaststoffzufuhr stark mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Adipositas verbunden – Erkrankungen, die heute weltweit verbreitet sind."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.11.2025, 15:06, 29.11.2025, 13:15
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