Elf Verdächtige gefasst

Bande bestellte Ware, zahlte nicht und verkaufte weiter

Über 1.300 Betrugsfälle sind in Wien aufgeklärt worden. Eine mutmaßliche Tätergruppe soll unbezahlte Waren ins Ausland weiterverkauft haben.
Newsdesk Heute
10.04.2026, 11:24
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Ein aufwendiger Ermittlungsfall hat in Wien eine groß angelegte Betrugsserie ans Licht gebracht: Mehr als 1.300 einzelne Straftaten konnten nun geklärt werden.

Den Beamten des Kriminalreferats Josefstadt sowie der Polizeiinspektion Otto-Wagner-Platz ist es nach intensiven Ermittlungen gelungen, eine mutmaßliche Tätergruppe auszuforschen. Diese soll aus insgesamt elf Personen bestehen – zehn Männer und eine Frau. Laut Polizei handelt es sich dabei um einen österreichischen Staatsbürger sowie zehn rumänische Staatsangehörige im Alter zwischen 19 und 50 Jahren.

Waren auf Schwarzmarkt verkauft

Nach bisherigen Erkenntnissen reisten die Verdächtigen seit November 2023 regelmäßig in kleinen Gruppen von Bukarest nach Wien. Vor Ort sollen sie Ferienwohnungen angemietet und unter Verwendung von Wertkartenhandys zahlreiche E-Mail-Adressen erstellt haben. Über diese Accounts wurden Waren zu verschiedenen Abholstationen bestellt – allerdings ohne Bezahlung. Die Produkte sollen anschließend nach Bukarest transportiert und dort auf einem Großhandelsschwarzmarkt weiterverkauft worden sein.

Bei den bestellten Gütern handelte es sich laut Ermittlern um ein breites Sortiment: darunter Spirituosen, diverse Präparate, Lebensmittel und Genussmittel, Naturkosmetik, Kleidung sowie Energieträger. Insgesamt konnten 13 Tatorte in Wien sowie drei weitere in Deutschland ausgeforscht werden.

311 Unternehmen betroffen

Im Zuge der Ermittlungen wurden auch umfangreiche digitale Spuren gesichert. So stellten die Beamten 13 Datenträger sicher und werteten diese aus. Dabei zeigte sich, dass insgesamt 48 E-Mail-Adressen, 56 Telefonnummern über Wertkartenhandys sowie elf Benutzerkonten eines Paketzustellers genutzt worden sein sollen.

Der entstandene Schaden wird auf rund 160.000 Euro geschätzt. Insgesamt sollen 311 Unternehmen betroffen sein.

Fahndungserfolg bereits im Oktober

Ein Fahndungserfolg gelang der Polizei bereits im Oktober des Vorjahres: Am 8. Oktober 2025 wurden zwei Tatverdächtige gegen 10:45 Uhr in der Eyzinggasse in Wien-Simmering auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Dabei konnten neun mutmaßlich betrügerisch erlangte Pakete sichergestellt werden. Außerdem fanden die Beamten mehrere Mobiltelefone sowie ein Tablet.

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