Mit einem ungewöhnlichen Stück sorgt Helga aus Gütenbach in Baden-Württemberg bei "Bares für Rares" für Aufsehen. Zur Unterstützung hat sie ihren Partner Wolfgang mitgebracht. Und das hat einen ganz praktischen Grund: "Mir war es nur zu schwer, deshalb musste er sie tragen", scherzt die Verkäuferin.
Gemeint ist eine aufwendig gestaltete Lackschilduhr, die Helga sogar selbst angefertigt hat. Die Verkäuferin ist Uhrenschild-Malerin und verrät Moderator Horst Lichter, dass lediglich ein Teil des Kunstwerks nicht von ihr stammt: die zahlreichen Unterschriften auf der Vorderseite.
Hinter den Autogrammen steckt eine besondere Geschichte. Während der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona war Helga eingeladen, um dort ihr Handwerk zu präsentieren. Dabei traf sie zahlreiche bekannte Persönlichkeiten.
"Ich habe dort Gott und die Welt getroffen, und die haben alle auf dem Schild signiert", erzählt sie. Experte Sven Deutschmanek entdeckt darauf unter anderem die Unterschrift von Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick. Auch der frühere deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat sich auf dem Stück verewigt.
Für Deutschmanek macht genau das die Bewertung schwierig. Über die Herstellung muss er der Künstlerin ohnehin wenig erzählen – schließlich steht die Schöpferin direkt neben ihm. Die vielen unterschiedlichen Handschriften hätten das Werk für seinen Geschmack allerdings etwas "verschandelt".
Helga selbst hätte gerne 500 Euro für ihre Arbeit. Das entspreche ungefähr dem Materialwert. Doch bei der Expertise stößt Deutschmanek an seine Grenzen. Vergleichbare Stücke gibt es auf dem Markt schlicht nicht.
Seine Schätzung fällt deshalb ungewöhnlich vorsichtig aus: Rein spekulativ setzt er den Wert der Uhr zwischen 500 und 1.000 Euro an.
Auch im Händlerraum geht das Rätselraten weiter. David Suppes erklärt, dass die Uhr als absolutes Einzelstück ohne Vergleichswerke nur schwer zu taxieren sei. Christian Vechtel zeigt hingegen sofort Interesse und steigt mit 200 Euro ein.
Dann stellt er Helga eine entscheidende Frage: Was kostet eigentlich eine fertige Uhr aus ihrer Werkstatt? Ihre Antwort: 600 Euro.
Vechtel reagiert prompt und erhöht sein Gebot direkt auf 600 Euro. Doch damit ist die Sache noch lange nicht entschieden. Zwischen ihm und Suppes entwickelt sich ein hartnäckiges Bieter-Duell.
Der Preis steigt immer weiter, bis Suppes schließlich bei 1.300 Euro aussteigt. Vechtel erhält den Zuschlag – und Helga damit deutlich mehr Geld als erhofft.