In einem Interview mit der APA lässt Nina Tomaselli, grüne Fraktionsführerin im U-Ausschuss, mit deutlicher Kritik aufhorchen. Die Ermittlungen nach dem Tod von Ex-Sektionschef Christian Pilnacek seien "dermaßen schlecht" geführt worden, dass ein politischer Aufklärungsprozess nötig sei.
"Wir wissen, dass bei der Spurensicherung geschlampt wurde. Wichtige Beweise wie Handy und Smartwatch wurden nicht gesichert", so Tomaselli. Wenn das bei einer so prominenten Person passiert sei, stelle sich die Frage: "Wie schaut es dann bei einem Durchschnittsbürger aus?"
Zur Todesursache äußert sich Tomaselli nicht – dafür kritisiert sie die Behörden: Die Polizei hätte so genau arbeiten müssen, dass "Verschwörungstheorien gar nicht erst entstehen" können.
Auch im U-Ausschuss selbst knirscht es: Tomaselli wirft FPÖ-Mann Christian Hafenecker und ÖVP-Mann Andreas Hanger vor, "das Duell zu suchen". Die Debatte um die Aktenlieferungen vor Weihnachten sei reine Polarisierung – "Lautstärke ersetzt keine Aufklärung", stellt sie klar.
Der U-Ausschuss startet mit einem Lokalaugenschein am 14. Jänner in Rossatz – dem Ort, an dem Pilnaceks Leiche gefunden wurde. Tomaselli war bereits in den Osterferien dort.
Ein Livestream der Sitzungen werde es aber nicht geben – aus Sicht Tomasellis blockiert hier vor allem die ÖVP. Sie will den Ausschuss zumindest öffentlich zugänglich wie eine Gerichtsverhandlung machen.