Die bekannte irakische Influencerin und Anästhesistin Nabaa Fayrouza wurde am 5. Juli in ihrer Wohnung im Bagdader Wohnkomplex Al-Nakheel Opfer einer brutalen Gewalttat. Auf Instagram folgen der Ärztin mehr als 250.000 Menschen.
Als mutmaßlicher Täter gilt ihr Ex-Mann, der Schönheitschirurg Dr. Mohammed Al-Aqidi. Er betreibt im Zentrum von Bagdad eine Schönheitsklinik. Nach lokalen Medienberichten soll der Arzt seine Ex-Frau nach einem Streit in ihrer Wohnung angegriffen und ihr kochend heißes Öl ins Gesicht und über den Körper geschüttet haben.
Außerdem soll sie bei der Attacke ein Auge verloren haben. Die Frau erlitt schwere Verbrennungen im Gesicht und am Körper und wird mit lebensgefährlichen Verletzungen in einem Spital in Bagdad behandelt.
Mehrere Medien berichten, dass sie auf der Intensivstation um ihr Leben kämpft. Gleichzeitig kursierten auch Meldungen über ihren Tod. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor.
Fotos und Videos der schwer verletzten Frau verbreiteten sich rasend schnell im Internet und lösten eine riesige Welle der Empörung sowie eine Debatte über Gewalt gegen Frauen im Irak aus.
Über das Motiv spekulieren irakische Medien, dass Al-Aqidi nicht mit dem Gedanken klar kam, dass Fayrouza eine neue Beziehung mit einem anderen Mann eingehen könnte. Dazu kommt, dass Fayrouza in einer Schönheitsklinik arbeitet, die ihr Ex-Mann mit 400.000 Dollar aufgebaut haben soll – berichtet die irakische Online-Zeitung Al-Marsd.
Nach Berichten irakischer Medien soll Al-Aqidi bereits seine erste Ehefrau, ebenfalls Ärztin, misshandelt haben. In sozialen Netzwerken kursieren dazu Fotos und Screenshots. Aus der Ehe stammen zwei Kinder. Nach der Scheidung lernte er in seiner eigenen Klinik die Anästhesistin Nabaa Fayrouza kennen, die später seine zweite Ehefrau wurde.
Nach der Tat ergriff der Mann die Flucht. Dabei soll er laut einigen Medienberichten auch die gemeinsame Tochter mitgenommen haben. Über seinen Aufenthaltsort ist derzeit nichts bekannt. Gerüchte über seine Festnahme am Flughafen von Bagdad wurden bisher nicht bestätigt.
Die Bluttat löste im Irak eine Welle der Empörung aus. Unter dem Namen der Influencerin trendet ein Hashtag (#فيروزة) in den sozialen Netzwerken. Tausende Nutzer fordern eine harte Bestrafung des Verdächtigen und strengere Gesetze zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt.
Das irakische Innenministerium und die Justiz haben die Ermittlungen aufgenommen. Bislang wurden weder die Details der Tat noch der Gesundheitszustand der Ärztin oder der rechtliche Status des Verdächtigen offiziell bestätigt. Die Behörden wollen den Tathergang nun umfassend aufklären.
Der Fall bewegt derzeit Menschen im ganzen Irak und darüber hinaus. Viele hoffen nicht nur auf eine vollständige Aufklärung, sondern auch auf das Überleben der bekannten Influencerin und das Wohl ihrer gemeinsamen Tochter.