Malware ab Werk entdeckt

Billig-Smartphones vermieten heimlich dein Internet

Versteckte Schadsoftware auf Billig-Handys macht das Smartphone zum Proxy-Netzwerk. Auch Banking-Daten könnten in Gefahr sein.
13.10.2026, 18:50
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Eine alarmierende Entdeckung erschüttert den Smartphone-Markt: Das Sicherheitsunternehmen Bitdefender hat eine gefährliche Malware-Kampagne namens "Midnight Mimosa" aufgedeckt. Auf günstigen Android-Handys von Marken wie Doogee und Cubot ist bereits ab Werk Schadsoftware installiert.

Die Malware tarnt sich als harmlose System-App mit dem Namen "System" und läuft mit denselben Rechten wie Android selbst. Besonders tückisch: Sie macht das Handy zum Teil eines sogenannten Residential Proxy Networks. Das bedeutet, der eigene Internetanschluss wird heimlich an Dritte vermietet.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie "inside digital" berichtet, hat die Schadsoftware auch Zugriff auf Bedienungshilfen, Benachrichtigungen und SMS. Theoretisch könnten damit sogar Einmal-Codes für Online-Banking abgefangen werden. Die Sicherheitsexperten stufen das als brandgefährlich ein.

Tausende Geräte in über 150 Ländern betroffen

Bitdefender hat die Kampagne nach eigenen Angaben über rund zwei Jahre auf Tausenden Geräten in mehr als 150 Ländern nachgewiesen. Deutschland zählt dabei zu den am stärksten betroffenen Regionen, neben Mexiko, Frankreich, Italien und den USA.

Hinweise deuten auf den chinesischen Hersteller Shenzhen Zediel hin, doch wer genau die Malware einschleust, ist noch unklar. Die Firmware betroffener Geräte ist teils mit entsprechenden Zertifikaten signiert.

Was du jetzt tun solltest

Solange der Verdacht nicht ausgeräumt ist, sollte man auf betroffenen Geräten kein Online-Banking nutzen und keine Zwei-Faktor-Codes per SMS empfangen. Experten empfehlen, sich an den Verkäufer oder Hersteller zu wenden und eine Rückerstattung zu verlangen.

Da die Schadsoftware ab Werk installiert ist, stellt sie nach Einschätzung von Experten einen Sachmangel dar. Die Gewährleistung läuft zwei Jahre ab Lieferung. Zeigt sich ein Mangel im ersten Jahr, darf man davon ausgehen, dass er schon beim Kauf vorhanden war.

red, 13.10.2026, 18:50