Mit "Just Dance: Decades of Hits" will Ubisoft mehrere Generationen auf einer Tanzfläche beziehungsweise auf Nintendo Switch, PlayStation 5 und Xbox Series X|S vereinen (eine Version für die Switch 2 kommt außerdem noch im November). Dafür kombiniert das neue Tanzspiel 35 Songs aus sechs Jahrzehnten mit einem frischen Abenteuer-Modus. Klassiker von ABBA, Madonna und den Spice Girls treffen auf aktuelle Popmusik von Sabrina Carpenter, Olivia Rodrigo und Chappell Roan. Das Grundprinzip bleibt vertraut: Du machst die Bewegungen der Figuren am Bildschirm nach und sammelst dafür Punkte. Neu ist vor allem die Geschichte, die dich durch unterschiedliche musikalische Epochen führt.
Die Musikauswahl ist das Herzstück. Die 1970er sind mit ABBAs "Mamma Mia" und Elton Johns "Crocodile Rock" vertreten. Aus den 1980ern kommen Billy Joels "Uptown Girl", Madonnas "Into the Groove" und "It's Tricky" von Run-DMC. Die 1990er liefern mit "Wannabe" von den Spice Girls, "Just a Girl" von No Doubt und "Around the World" von Daft Punk Songs. Auch die 2000er sind breit aufgestellt. Britney Spears ist mit "Stronger" dabei, *NSYNC mit "Bye Bye Bye" und TLC mit "No Scrubs". Mit "Feel Good Inc." von Gorillaz findet sich ein Titel, der sich vom klassischen Pop unterscheidet. Für die 2010er stehen unter anderem "Turn Down for What" von DJ Snake und Lil Jon sowie "Danza Kuduro" von Don Omar und Lucenzo bereit.
Die 2020er vertreten Sabrina Carpenter mit "Manchild", Bad Bunny mit "NUEVAYoL", Zara Larsson mit "Midnight Sun" und Chappell Roan mit "HOT TO GO!". TWICE sind mit "MORE & MORE" vertreten, Olivia Rodrigo mit "drop dead". Die Mischung macht es leicht, für unterschiedliche Geschmäcker einen passenden Song zu finden. Wer mit den Hits der 1980er aufgewachsen ist, kann ebenso mittanzen wie jüngere Spieler, die aktuelle Chartmusik bevorzugen. Die Auswahl ist allerdings überschaubar. 35 Lieder bieten Abwechslung für mehrere Tanzrunden, sind für regelmäßige Spieler aber kein endloser Fundus. Zudem setzt Ubisoft stark auf bekannte Songs und Wiedererkennung.
Wer musikalische Geheimtipps oder eine besonders große Genrevielfalt erwartet, könnte mehr Auswahl vermissen. Das Spielprinzip ist schnell erklärt. Du wählst einen Song aus, beobachtest die animierte Figur und versuchst, deren Bewegungen im richtigen Rhythmus nachzumachen. Das Spiel bewertet deine Leistung und vergibt Punkte. Dafür musst du keine Tanzerfahrung mitbringen. Die Choreografien unterscheiden sich je nach Titel. Einige Lieder setzen auf gut nachvollziehbare Bewegungen, andere verlangen schnelle Reaktionen und mehr Koordination. Das hält die Songauswahl in Bewegung und verhindert, dass sich jede Runde gleich anfühlt. Trotzdem ist nicht jede Choreografie gleich einprägsam.
Die Punktewertung soll zum Mitmachen motivieren. Für den Einstieg brauchst du übrigens kein zusätzliches Spezialzubehör. Dein Smartphone kann als Controller dienen. Dazu ist die kostenlose "Just Dance Controller"-App notwendig. Sie setzt mindestens iOS 14.4 oder Android 9 voraus. Auf PlayStation 5 und Xbox Series X|S wird die App zur Bewegungserfassung verwendet. Auf Nintendo Switch ist sie für den Kamera-Controller-Modus erforderlich. Das macht den Einstieg unkompliziert. Das Smartphone ist allerdings während des Spielens Teil der Steuerung und muss bei den Bewegungen sicher in der Hand bleiben. Gerade bei schnellen Choreografien solltest du darauf achten, dass dir das Gerät nicht aus der Hand rutscht.
Die wichtigste Neuerung im Spiel selbst ist der Adventure-Modus. Darin begleitest du Lyra, die Tochter von Dr. Gigavolt, auf einer Reise durch die Zeit. Ihr Ziel ist es, ihren Vater zu retten. Dafür führt dich das Spiel durch sechs thematisch gestaltete Welten, die sich an den musikalischen Jahrzehnten orientieren. Neben den Tänzen gibt es kleine Aktivitäten und Belohnungen, die du freischalten kannst. Dadurch werden die einzelnen Songs in einen größeren Ablauf eingebettet. Statt nur einen Titel nach dem anderen auszuwählen, arbeitest du dich durch eine Geschichte und entdeckst dabei unterschiedliche Umgebungen. Die Handlung bleibt ein Rahmen für das eigentliche Spiel, ist aber endlich etwas Neues für "Just Dance".
Wer ein umfangreiches Abenteuer mit komplexen Figuren oder überraschenden Wendungen erwartet, sollte seine Erwartungen anpassen. Im Mittelpunkt steht weiterhin das Tanzen. Die Geschichte soll für Abwechslung sorgen und die musikalischen Stationen miteinander verbinden. Für Familien kann das Konzept gut funktionieren. Kinder bekommen ein einfaches und spielerisches Ziel, während Erwachsene die Anspielungen auf unterschiedliche Musikjahrzehnte wiedererkennen. Eine nette Zugabe. Wer lieber direkt zu seinen Lieblingssongs tanzt, kann den Adventure-Modus dagegen links liegen lassen. Die Songbibliothek lässt sich unabhängig von der Geschichte nutzen.
Auch die visuelle Gestaltung orientiert sich an den jeweiligen Epochen. Die Welten sollen die Atmosphäre der Musik aufgreifen und dafür sorgen, dass die Zeitreise nicht nur über die Playlist stattfindet. Zusammen mit den wechselnden Songs entsteht so ein abwechslungsreicherer Rahmen als bei einer einfachen Liste von Titeln. Der Party-Modus sorgt für zusätzliche Abwechslung, indem sich die Regeln von Runde zu Runde ändern. Dadurch müssen sich die Spieler immer wieder auf neue Bedingungen einstellen. Besonders in einer größeren Gruppe kann das für überraschende Situationen sorgen, weil nicht jede Runde nach demselben Muster abläuft.
Wer lieber allein und anspruchsvoller tanzt, kann den Workout-Modus verwenden. Er erfasst die verbrannten Kalorien während der Tänze und gibt damit einen ungefähren Überblick über die Aktivität. Sie eignet sich eher als Orientierung, wenn du deine Bewegungseinheiten im Spiel verfolgen möchtest. Wie lange die Modi motivieren, hängt davon ab, wie oft du spielst und ob du vor allem Unterhaltung oder Bewegung suchst. Die zusätzlichen Optionen erweitern das Grundprinzip, verändern es aber nicht grundlegend. Musik und Choreografie bleiben der Mittelpunkt. Bis zu sechs Personen können lokal gleichzeitig spielen. Damit eignet sich "Just Dance: Decades of Hits" für Familienabende und Partys, bei denen mehrere Personen tanzen.
Die breite Songauswahl hilft dabei, dass unterschiedliche Altersgruppen jeweils Titel finden, die ihnen vertraut sind. Mit dem Multiple Dancer Card System kann jede Person eine eigene Tanzkarte gestalten. Das bringt mehr Individualität in eine Runde, in der mehrere Spieler regelmäßig zum Controller greifen. Die Funktion ist keine große spielerische Neuerung, erleichtert aber die persönliche Zuordnung. Für sechs Personen sollte allerdings ausreichend Platz in der Wohnung vorhanden sein. Wenn alle gleichzeitig tanzen, können enge Wohnzimmer schnell zum Problem werden. Die lokale Mehrspielerfunktion ist eine der wichtigsten Stärken. "Just Dance" lebt davon, dass Menschen gemeinsam Musik erleben und Spaß haben.
Wer zusätzlich eine Edition von "Just Dance 2023" bis "Just Dance 2026" besitzt, kann die Songs der unterstützten Spiele gemeinsam mit "Decades of Hits" auf derselben Konsole an einem Ort abrufen. Das umfasst auch Titel aus gekauften Music Packs sowie Songs, die über ein aktives Just Dance+-Abonnement verfügbar sind. Für regelmäßige Spieler ist das praktisch. Statt zwischen mehreren Ausgaben und getrennten Menüs zu wechseln, lässt sich die Musikauswahl zusammenführen und die Songauswahl erweitern. Neueinsteiger müssen sich darüber weniger Gedanken machen, weil sie mit den 35 enthaltenen Songs direkt loslegen können. Der Musikdienst Just Dance+ bietet Hunderte zusätzliche Titel, ist aber kostenpflichtig.
Voraussetzung sind unter anderem ein Ubisoft-Konto und eine dauerhafte Internetverbindung. Je nach Plattform können weitere Konten oder Abonnements nötig sein. Wer möglichst viele Songs nutzen möchte, sollte die laufenden Kosten deshalb in seine Entscheidung einbeziehen. Der empfohlene Verkaufspreis für "Just Dance: Decades of Hits" selbst liegt dagegen bei überschaubaren 39,99 Euro. Dafür bekommst du die neue Songauswahl und den Adventure-Modus zu den bekannten Inhalten dazu. Ob sich das lohnt, hängt vor allem davon ab, wie oft du spielst und ob du die enthaltenen Lieder magst. Mit seinen Neuerungen liefert "Decades of Hits" aber starke Argumente, endlich mal wieder zu einem "Just Dance" zu greifen.
"Just Dance: Decades of Hits" bleibt beim bewährten "Just Dance"-Spielprinzip und ergänzt es nach einigen sehr, sehr ähnlichen Serienteilen endlich um eine musikalische Zeitreise. Die 35 Songs verbinden Klassiker und aktuelle Popmusik, wodurch das Spiel besonders für Familien und Gruppen interessant ist. Der Adventure-Modus sorgt mit sechs Welten, kleinen Aktivitäten und freischaltbaren Belohnungen für einen zusätzlichen Ablauf, ohne die Tänze in den Hintergrund zu drängen. Die begrenzte Songauswahl ist indes eine der größten Schwachstellen. Für lockere Spieleabende ist das weniger entscheidend. Das Spiel lässt sich schnell erklären, bietet Musik für verschiedene Generationen und unterstützt bis zu sechs Personen gleichzeitig.