Harter Sparkurs

Bis zu 70 Jobs weg! Asylheime werden geschlossen

Die Tiroler Sozialen Dienste stecken tief in den roten Zahlen. Jetzt drohen bis zu 70 Mitarbeitern die Kündigung, zahlreiche Asylheime sperren zu.
04.11.2026, 09:15
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Bei den Tiroler Sozialen Diensten (TSD) wird der Sparstift weiter angesetzt. Weil immer weniger Asylwerber betreut werden müssen, steckt die landeseigene Flüchtlingsgesellschaft finanziell in Schwierigkeiten. Die Verluste gehen in die Millionen. Jetzt hat das massive Folgen berichtet die Tiroler Tageszeitung (TT): Bis zu 70 Mitarbeiter könnten ihren Job verlieren, zahlreiche Asylunterkünfte stehen vor dem Aus.

Hälfte aller Asylheime soll schließen

Derzeit betreiben die TSD in Tirol 45 Asylunterkünfte. Doch damit soll bald Schluss sein. Bis 2027 könnte sich die Zahl der Einrichtungen halbieren. Bereits demnächst werden fünf Standorte stillgelegt oder ganz geschlossen.

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Betroffen sind Unterkünfte in Gries am Brenner, Zirl, Wörgl und Igls sowie die große städtische Einrichtung in der Bruneckerstraße in Innsbruck. Rund 250 Asylberechtigte müssen deshalb in andere Unterkünfte übersiedeln.

Auch in Lienz steht eine Schließung bevor. Dort läuft der Mietvertrag Ende Februar aus. Im April 2027 soll zudem die Unterkunft in Bad Häring zusperren. Weitere Standorte werden derzeit überprüft.

"Wir rechnen für das Jahr 2027 mit mindestens einer Halbierung der Unterkünfte", erklärte TSD-Geschäftsführer Florian Stolz am Dienstag bei einem Pressegespräch.

Bis zu 70 Mitarbeiter müssen gehen

Besonders bitter ist der Sparkurs für die Beschäftigten. Der bereits bestehende Sozialplan wird 2026 fortgesetzt. Im Laufe des kommenden Jahres könnten laut Stolz bis zu 70 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren.

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Aktuell beschäftigen die TSD laut TT noch 220 Mitarbeiter. Davon sind 20 Vollzeitkräfte direkt in der Grundversorgung tätig. Sie betreuen insgesamt 1.350 Asylwerber. Auf einen Mitarbeiter kommen damit rund 70 betreute Personen.

Wie viel Geld durch die Maßnahmen tatsächlich eingespart werden soll, ist noch offen. Auch zum Budget für 2027 gibt es derzeit keine konkreten Angaben. Klarheit soll erst eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung Anfang Dezember bringen.

Betriebsrat will sich gegen Kündigungen wehren

Für die Beschäftigten bleibt die Lage angespannt. TSD-Betriebsratsvorsitzender Harald Gheri spricht laut TT  trotz des bestehenden Sozialplans von einer schwierigen Situation.

Bei der Schließung oder Stilllegung von Asylheimen hat der Betriebsrat kein Mitspracherecht. Gegen Kündigungen will sich die Arbeitnehmervertretung allerdings zur Wehr setzen. Angesichts der angespannten Finanzlage seien die Möglichkeiten jedoch begrenzt.

Das Ziel der TSD ist klar: Bis 2028 soll die Gesellschaft durch die Einsparungen wieder wirtschaftlich stabil sein. Dafür wird das Angebot bereits 2027 deutlich reduziert. Laut Geschäftsführer Stolz passen sich die TSD damit "an den aktuellen, realen Bedarf an".

red, 04.11.2026, 09:15
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