Kriminalpolizei ermittelt

Böller setzt Haus in Vollbrand – Familie verlor alles

Am 2. Jänner brannte ein Familienhaus lichterloh, über 200 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen. Jetzt ist die Brandursache bestätigt.
Victoria Carina  Frühwirth
04.01.2026, 14:58
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Erschütterung und Verständnislosigkeit nach dem Großbrand im Bezirk Tulln: Am Abend des 2. Jänner geriet ein Einfamilienhaus in Langenrohr in Vollbrand ("Heute" berichtete). Inzwischen ist bekannt: Ein Feuerwerkskörper hat das riesige Feuer ausgelöst.

Styropor-Fassade wurde Brandbeschleuniger

Die Familie O. hat auf einen Schlag ihr gesamtes Hab und Gut im Flammenmeer verloren. Der Großbrand am Freitagabend, dem 2. Jänner, erschütterte die ganze Marktgemeinde Langenrohr. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand bereits ein Großteil des Gebäudes in Vollbrand. Die Alarmstufe wurde von B3 auf die Höchststufe B4 gesetzt, wegen akuter Einsturzgefahr konnte ausschließlich von außen gelöscht werden. Insgesamt waren 200 Feuerwehrkräfte mit 35 Fahrzeugen im Einsatz.

Stefan Öllerer vom Bezirksfeuerwehrkommando Tulln (BFKDO Tulln) war selbst beim Einsatz vor Ort, erzählt er im "Heute"-Gespräch: "Wir haben die Alarmierung gegen 21.40 Uhr erhalten. Als wir ankamen, steckte schon die Hälfte des Gebäudes in Vollbrand", schildert er. Der Brand soll am Carport, angrenzend am Einfamilienhaus, begonnen haben. Besonders problematisch sei die Konstruktion des Carports gewesen: "Die Fassade war aus Styropor, das beschleunigte die Brandentwicklung leider zusätzlich zum starken Wind."

Im Video: 200 Florianis bei Großbrand in Wohnhaus

Überwachungskamera soll Jugendliche zeigen

"Der Hausbesitzer konnte ein Auto unter dem Flugdach wegfahren, das zweite Fahrzeug ließ sich gar nicht mehr starten", so Öllerer. Positiv aus Sicht der Einsatzkräfte: "Die Feuerwehr konnte mit Sicherheitsmaßnahmen die Ausbreitung des Feuers auf andere Häuser zum Glück verhindern." Für das Wohnhaus der Familie O. selbst kam jedoch jede Hilfe zu spät. Öllerer: "Das Haus ist aber abgebrannt, das kann man nur mehr abreißen."

Ein verbranntes Auto blieb unter dem Flugdach zurück.
Stefan Öllerer

Aus der Nachbarschaft kommen Schilderungen. Ein Anrainer berichtet gegenüber "Heute", er habe am Freitag gegen 21.30 Uhr laute Knallgeräusche gehört und sich über Feuerwerk am Abend des 2. Jänners geärgert: "Ich habe nicht verstanden, warum nach Silvester noch geschossen werden muss! Am nächsten Tag habe ich beim Spazieren in der Ortschaft die Ruine des Hauses gesehen. Die Fenster sind zersprungen, in den Hausmauern waren nur mehr verkohlte Löcher."

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In der Nachbarschaft sei später von einer Überwachungskamera die Rede gewesen, die Jugendliche beim Werfen einer Rakete in das Carport zeigen soll. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bisher jedoch nicht.

Brandursache ausgeforscht

Brandermittler und Kriminalpolizei starteten direkt mit Ermittlungen zur Unfallursache und möglichen Verantwortlichen. Inzwischen bestätigte die Polizei Öllerer gegenüber die zuvor bereits vermutete Brandursache: Laut Ermittlungen wurde das Feuer durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst.

Stefan Öllerer vom BFKDO Tulln weiter: "Direkt neben dem Haus befinde sich eine Wiese mit zwei Fußballtoren. Wir gehen davon aus, dass die Jugendlichen hier das Feuerwerk geschossen haben." Nach den mutmaßlich Beteiligten forsche die Kriminalpolizei weiterhin.

Direkt neben dem Einfamilienhaus befindet sich eine Fußballwiese.
Stefan Öllerer

Familie im brennenden Haus merkte nichts

Erschütternd: Die Familie bemerkte den Brand am eigenen Haus zunächst nicht, obwohl sie darin saß. Der Anrainer nochmal im "Heute"-Talk: "Ich habe bei meinem Spaziergang mit der Familie O. gesprochen. Die saß am Freitagabend in der Küche und hat gar nichts vom Brand mitbekommen, haben sie mir erzählt. Erst andere Verwandte in den Wohnanlagen gegenüber haben das Feuer beim Carport bemerkt und die betroffene Familie angerufen!"

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Verletzt wurde bei der Brandkatastrophe zum Glück niemand. Dennoch ist der Schaden enorm, das Haus ist unbewohnbar, die Mauern aufgrund des Brands einsturzgefährdet. Gerade noch ein bisschen Kleidung konnten die Familienmitglieder vor den Flammen retten, sollen sie dem Nachbarn erzählt haben.

Die Solidarität im Ort ist groß: Über einen Spendenlink wurden bislang rund 41.000 Euro gesammelt, das Ziel liegt bei 80.000 Euro. Auf Facebook schreibt die Marktgemeinde Langenrohr: "In Absprache mit Familie O. wird seitens der Marktgemeinde Langenrohr am Montag ein Spendenkonto eröffnet."

{title && {title} } VF, {title && {title} } 04.01.2026, 14:58
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