Prozess um Mordversuch

Böller-Wurf ins Schlafzimmer – Vier Männer vor Gericht

Nach einer Böller-Attacke auf eine 19-Jährige in Niederösterreich stehen am Donnerstag vier junge Männer wegen versuchten Mordes vor Gericht.
Victoria Carina  Frühwirth
08.10.2026, 19:11
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Ein Streit unter Freunden, eingeschlagene Fenster und zwei gefährliche Böller: Was als "Denkzettel" gedacht gewesen sein soll, hat für vier junge Männer ein gerichtliches Nachspiel. Am Landesgericht Wiener Neustadt müssen sie sich wegen versuchten Mordes verantworten.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 8. Jänner 2026 in Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling). Ein junger Mann soll mit einem Hammer die Terrassentür und ein Fenster eines Wohnhauses eingeschlagen haben. Ein 22-jähriger Freund aus Wien soll anschließend zwei illegale Feuerwerkskörper ins Wohn- und Schlafzimmer geworfen haben.

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19-Jährige dachte, sie sei blind

Besonders dramatisch: Die 19-jährige Bewohnerin lag zu diesem Zeitpunkt schlafend im Haus. Eine der Explosionen riss sie aus dem Schlaf. "Sie ist aufgewacht und hat nur ein weißes Licht gesehen. Kurz dachte sie, blind zu sein", schilderte die Anwältin des Opfers laut "Kurier".

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Die junge Frau erlitt einen Tinnitus und einen schweren Schock. Auch psychisch soll sie bis heute unter den Folgen der Attacke leiden. Der entstandene Sachschaden wird mit rund 15.000 Euro beziffert.

Verteidiger wehren sich gegen Mordanklage

Die Staatsanwaltschaft sieht in der gefährlichen Böller-Attacke einen versuchten Mord. Die Verteidiger halten diesen Vorwurf dagegen für völlig überzogen. "Die Tat war exzessiv bescheuert, aber die Anklage wegen Mordversuchs ist auch exzessiv", erklärte einer der Anwälte laut "Kurier".

Ein weiterer Verteidiger fand ebenfalls deutliche Worte: "Hier ist etwas als Mord angeklagt, das mit einem Mord absolut nichts zu tun hat." Die Angeklagten bestreiten ebenfalls einen Tötungsvorsatz.

Polizei fand auch Machete

Bei einer Hausdurchsuchung im Zimmer eines Angeklagten aus Perchtoldsdorf stießen Ermittler laut "Kurier" auf eine größere Sammlung von Feuerwerkskörpern. Außerdem wurde eine Machete sichergestellt.

Am Donnerstag, dem 8. Oktober, sollte der Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt fortgesetzt werden. Dabei war auch die Aussage der 19-Jährigen vorgesehen. Ob die Böller-Attacke tatsächlich als Mordversuch zu werten ist, müssen die Geschworenen nun entscheiden.

VF,08.10.2026, 19:11