Der grausame Hundebox-Fall aus dem Waldviertel erschütterte ganz Österreich. Ein damals zwölfjähriger Bub wurde von seiner eigenen Mutter über Monate misshandelt, gefesselt und immer wieder in eine Hundebox gesperrt. Im November 2022 schwebte das Kind in akuter Lebensgefahr – "Heute" berichtete.
Jetzt beschäftigt der Fall erneut die Justiz. Wie die "NÖN" berichtet, soll der Zivilprozess gegen das Land Niederösterreich am 24. November fortgesetzt werden.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Kinder- und Jugendhilfe früher hätte einschreiten müssen. Der Anwalt des Buben fordert vom Land Niederösterreich 150.000 Euro Schmerzengeld und die Haftung für mögliche Folgeschäden. Insgesamt beträgt der Streitwert 180.000 Euro.
Zwei Sozialarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya hatten sich vor dem Auffliegen der Misshandlungen mit dem Fall beschäftigt. Obwohl es Hinweise auf Probleme gab, wurde keine sofortige Schutzmaßnahme gesetzt.
Das Land Niederösterreich weist die Vorwürfe zurück. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die beiden Sozialarbeiter wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch wurden bereits im März 2025 eingestellt.
Brisant: Ein medizinisches Gutachten, das im Dezember 2025 bekannt wurde, stellt das damalige Vorgehen der Behörden infrage. Demnach hätten die Auffälligkeiten beim Buben genauer untersucht werden müssen. Spätestens nach einem zweiten Hausbesuch wäre laut dem Sachverständigen dringend ärztliche Hilfe notwendig gewesen. Ob daraus eine zivilrechtliche Haftung des Landes entsteht, muss das Gericht entscheiden.
Wie grausam die Misshandlungen waren, zeigte sich im November 2022. Als der völlig entkräftete Bub ins Spital kam, betrug seine Körpertemperatur nur noch 26,8 Grad. Er überlebte nur knapp.
Seine Mutter wurde 2024 unter anderem wegen versuchten Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt. Eine ehemalige Freundin, die an den Taten beteiligt war, erhielt 14 Jahre Haft. Beide Urteile sind rechtskräftig.