Auch Jahre nachdem ein Wald vom Schädling befallen wurde, blieb die Zahl der Spechte hoch. Borkenkäfer hätten zu Unrecht einen schlechten Ruf, schrieb die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in einer Aussendung zu ihrer Untersuchung.
Für die Studie, die im "Journal of Animal Ecology" erschienen ist, haben Forscher der Schweizer WSL, Daten aus drei Jahrzehnten zu Borkenkäferbefall und Spechtbeständen gesammelt und mithilfe von Computermodellen nach Zusammenhängen gesucht. Das Ergebnis: Nach einem Befall mit Borkenkäfern ist die Zahl der Spechte deutlich gestiegen. Besonders beim Dreizehenspecht fanden die Forscher den stärksten Zusammenhang.
Gewusst?
In Österreich leben zehn verschiedene Specht-Arten, doch der Buntspecht ist bei uns der häufigste Specht. Nur der sogenannte "Wendehals" ist ein Zugvogel - alle anderen Spechte bleiben uns das ganze Jahr über treu.
Das haben die Wissenschaftler auch erwartet, weil dieser Specht gern Borkenkäfer frisst. Aber selbst, nachdem die befallenen Bäume entfernt wurden, blieben die Spechte zahlreich. Das zeigt laut den Forschern, dass die Vögel vom vielen Totholz profitieren, das durch die geschädigten Bäume zurückbleibt.
Die Forstwirtschaft hat die Bedeutung von Totholz, für die Artenvielfalt schon erkannt und setzt sich gezielt dafür ein, so die WSL. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung: In den Schweizer Wäldern gibt es heute mehr Totholz als noch vor einigen Jahren.