Ein einziges Sonderzeichen brachte die Stimmung am Wörthersee gehörig durcheinander: Schlager-Legende Heino wollte mit dem geänderten Titel einer neuen TV-Produktion nichts zu tun haben. Für das Projekt stand er im August in Kärnten vor der Kamera und spielte sich selbst. Ursprünglich sollte die Serie "Die Rettungsschwimmer vom Wörthersee" heißen.
Regisseurin und Produzentin Stefanie Mayer machte während der Dreharbeiten allerdings "Die Rettungsschwimmer:innen" daraus. Als Heino erfuhr, dass dieser Name auch für die fertige Produktion vorgesehen war, schaltete er seinen Anwalt ein: "Es ist bekannt, dass ich vom Gendern nichts halte, weil es meiner Meinung nach unsere schöne deutsche Sprache verhunzt. Deshalb würde ich nie bei einem Projekt mitmachen, bei dem gegendert wird", hieß es damals laut "Bild".
Sein Rechtsbeistand untersagte jegliche Verwendung von Aufnahmen des Sängers: "Sollte er so bleiben, bestehe ich darauf, dass meine bereits gedrehte Szene in dem Film keine Verwendung findet. Ich werde auch nicht den Titelsong zum Film singen, wie das bisher geplant war. Das hat die Produzentin hoffentlich zur Einsicht gebracht." Die Drohung zeigte Wirkung: Laut "Bild" war nur wenige Tage später der ursprüngliche Titel zurück und Heino weiterhin Teil der Produktion.
Mayer betont gegenüber der deutschen Zeitung dennoch: "Gleichzeitig möchte ich klarstellen, dass ich weiterhin zur gendergerechten Sprache und zu meinen persönlichen Überzeugungen stehe. Aber für mich steht jetzt der Erfolg des Filmprojekts im Vordergrund."
Der Sänger selbst sieht in der Rückkehr zum alten Namen einen Erfolg. "Man muss für seine Überzeugungen einstehen. Gendern ist mit mir nicht zu machen!", stellt er klar. Auf Instagram legte der 87-Jährige noch ausführlicher nach: "Ich wurde oft als ewig Gestriger bezeichnet, aber ich glaube, ich bin jemand, der sehr bewusst in der Gegenwart lebt. Das Gendern brauchte nie jemand, es wollte nie jemand und es hat unsere schöne, deutsche Sprache verschandelt. Es wird Zeit, dass wir uns für immer von diesem Blödsinn verabschieden."
Abseits des Titelstreits nimmt das Projekt langsam Gestalt an: Zum Cast gehören unter anderem die österreichischen Schauspieler wie Christoph Fälbl und Gabriela Garcia Vargas sowie Trash-TV-Größen Micaela Schäfer und Julian F. M. Stoeckel.
Gegenüber der "Krone" verriet Mayer, wie es weitergeht: "Wir drehen die Pilotserie und suchen danach einen Sender. Ab dem nächsten Jahr sind zehn weitere Folgen geplant. Kärnten soll auch im Sommer wieder zum Filmland werden." Und auch über die Rolle mit der Schlager-Ikone verrät sie bereits vorweg: "Heino wird ein Konzert im Schlosshotel Velden geben und natürlich gerettet werden."
Bei so viel Wirbel schon vor der Premiere dürfte die Suche nach einem TV-Sender wohl nicht allzu schwer werden. Schließlich ist die Aufmerksamkeit bereits jetzt groß – und das könnte sich später auch bei den Einschaltquoten bemerkbar machen.