Aufregung um Fall in OÖ

Bub fehlt im Unterricht – Polizei will Mama mitnehmen

Ein Bub mit Autismus bekam nicht die versprochene Schulform. Weil er den Unterricht nicht besuchte, kam es zu Anzeigen – und zu einem Polizeieinsatz.
Oberösterreich Heute
23.11.2025, 11:38
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Eigentlich wollte die Familie nur das Beste für ihren Sohn – doch statt Hilfe kam die Polizei. Wie die "Krone" berichtet, hatte ein Bub mit Autismus im Herbst 2024 eine Zusage für eine Integrationsklasse im Linzer Süden bekommen. Nach dem ersten Schultag stellte sich jedoch heraus: So eine Klasse gab es dort gar nicht.

"Er hat sich so darauf gefreut, aber nach dem ersten Tag hat Lukas gesagt: ,Mama, das ist nicht die richtige Schule‘", erzählt seine Mutter in der "Krone". Sie konfrontierte den Direktor, meldete ihren Sohn krank und suchte nach einer Alternative. In der Volksschule Gallneukirchen wurde sie fündig: "Dafür sind wir überstürzt dorthin übersiedelt. Es war chaotisch."

Anzeigen flatterten ins Haus

Vier Wochen später begann der Bub dort – fühlte sich gleich wohl. Doch in der Zwischenzeit flatterten zwei Anzeigen "wegen Schulverweigerung" ins Haus, weil der Schulbesuch unterbrochen war. "Im Durcheinander sind diese Schreiben leider untergegangen", bedauert die Mutter.

Dann der Schock im Frühjahr 2025: "Ich war nach der Geburt meines zweiten Kindes in Karenz, als plötzlich die Polizei vor der Tür stand und mich mitnehmen wollte", erzählt sie. Zum Glück blieb es beim Schrecken – die Beamten zeigten Verständnis, die Ersatzhaft konnte abgewendet werden. Die Familie bezahlte einen niedrigen dreistelligen Betrag.

Doch der Ärger bleibt. "Uns wurde fälschlicherweise eine Integrationsklasse versprochen – und dann gibt es Anzeigen, während das Kind krankgeschrieben ist", kritisiert die Großmutter des Buben.

Bildungsdirektion bleibt hart

Die Bildungsdirektion bleibt in dem Fall offenbar hart: "Erziehungsberechtigte müssen mit Anzeigen rechnen, wenn das Kind länger als drei Tage ungerechtfertigt fehlt – also weder Schüler noch Eltern die Schule kontaktieren", so das Statement laut "Krone".

Die Anzeige erfolge durch die Linzer Schule direkt an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde. Im Fall der Familie habe eine Schulpflichtverletzung vorgelegen: Das Kind sei weder krank noch durchgehend entschuldigt gewesen.

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