Hunderte Haushalte betroffen

Steirische Gemeinden seit Wochen ohne Trinkwasser

Seit Wochen besteht in mehreren obersteirischen Gemeinden der Aufruf zum Abkochen von Trinkwasser. Wie es nun weitergeht.
19.10.2026, 07:29
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In Schöder im Bezirk Murau (Obersteiermark) gilt weiterhin eine ungewöhnliche Situation: Die Gemeinde warnt offiziell davor, Leitungswasser ohne vorheriges Abkochen zu trinken.

Jedoch: Bürgermeister Klaus Kollau selbst sieht die Sache für den eigenen Gebrauch deutlich entspannter und greift weiterhin zum Wasser aus dem Hahn.

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"Die Grenzwertüberschreitung ist dermaßen gering, sodass ich mir für mich persönlich überhaupt keine Sorgen mache", sagt Kollau zur "Kleinen Zeitung". Als Bürgermeister muss er sich jedoch an die behördlichen Vorgaben halten und die Bevölkerung über das Ergebnis der Wasseruntersuchungen informieren.

Hunderte Haushalte betroffen

Bereits am 24. September verschickte die Gemeinde eine amtliche Mitteilung. Seither gilt: Wer Wasser aus der Ortswasserleitung trinken oder zur Zubereitung von Speisen verwenden möchte, soll es zuvor mindestens drei Minuten lang abkochen.

Seit 7. Oktober ist eine UV-Anlage im Wasserbassin der Gemeinde Schöder in Betrieb.
Gemeinde Schöder

Rund 200 Haushalte beziehen ihr Wasser über die Gemeindeleitung. Auch in der Schule und im Kindergarten wurden entsprechende Hinweise angebracht.

Bakterien im Leitungsnetz entdeckt

Auslöser waren laut Gemeinde "leichte Abweichungen der Hygiene-Indikatorwerte im Wasserleitungsnetz". Bei einer Routinekontrolle wurden coliforme Bakterien festgestellt. Das Quellwasser selbst dürfte nach den bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen sein. Die auffälligen Werte wurden erst in jenem Bereich gemessen, der hinter dem Hochbehälter liegt.

Wo und wie die Keime genau in das Leitungsnetz gelangten, ist bislang nicht geklärt. Der Wasserbehälter musste wegen der anhaltenden Trockenheit wiederholt mit angeliefertem Wasser aufgefüllt werden. Ob dabei ein Zusammenhang mit den auffälligen Proben besteht, ist Gegenstand der Untersuchungen.

Als zusätzliche Schutzmaßnahme wurde auch hier inzwischen eine UV-Anlage eingebaut. Am Montag (19. Oktober) ist eine weitere Kontrolle vorgesehen. Erst wenn die neuen Proben unauffällig sind, kann die Gemeinde den Aufruf zum Abkochen aufheben.

Die Gemeinde sucht deshalb nach einer längerfristigen Lösung. "Noch Mitte November gibt es Probebohrungen auf einem Gemeindegrund", kündigt Kollau in der "Kleinen" an. Damit soll geklärt werden, ob zusätzliche Wasservorkommen erschlossen werden können.

Weitere Bezirke warten auf Entwarnung

Schöder ist mit dem Problem nicht allein. Im Neumarkter Ortsteil Perchau müssen Bewohner von rund 70 Haushalten ihr Leitungswasser ebenfalls mindestens drei Minuten abkochen. Auch dort wurden bei Kontrollen bakterielle Belastungen festgestellt.

Auch in Oberzeiring im Bezirk Murtal ist das Trinkwasserproblem noch nicht gelöst. Bei einer routinemäßigen Untersuchung wurden dort ebenfalls Werte festgestellt, die nicht den Vorgaben entsprachen. Laut Gemeinde ist das Wasser derzeit ohne vorherige Behandlung nicht für den menschlichen Genuss geeignet.

Beide Gemeinde wollen die Bevölkerung informieren, sobald das Wasser wieder ohne Einschränkung verwendet werden kann.

red, 19.10.2026, 07:29