Für den Bürgermeister von Deutschfeistritz hat eine nächtliche Autofahrt nun Konsequenzen: Michael Viertler (ÖVP) musste nach einer alkoholisierten Fahrt seinen Führerschein abgeben. Gegenüber der "Kleinen Zeitung" räumt der Ortschef den Fehler offen ein.
"Es war vor circa sechs Wochen gegen Mitternacht. Ich habe Leute kontaktiert und wollte abgeholt werden, aber niemand hat mehr abgehoben", berichtet Viertler der Tageszeitung. Bei einer Verkehrskontrolle wurde ihm der Führerschein abgenommen. "Natürlich ist das eine Sauerei, man fährt nicht betrunken", gesteht er.
Nach eigenen Angaben informierte Viertler bereits am Tag nach dem Vorfall die Mitglieder des Gemeinderats. Einen Rücktritt schließt er jedoch aus. "Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich kann mein Amt zu 100 Prozent ausfüllen", sagt der Bürgermeister zur Tageszeitung. Die Kosten für seine Mobilität will er selbst tragen. "Ich habe mir ein E-Bike gekauft", meint Viertler.
Der Fall erinnert an einen ähnlichen Vorfall vor wenigen Tagen: Ex-FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer verlor nach einer alkoholisierten Fahrt ebenfalls seinen Führerschein. Hofer soll bei einem Vortest 2,5 Promille gehabt und einen weiteren Test verweigert haben. Er erklärte anschließend, so etwas sei ihm noch nie passiert und es tue ihm leid. Auch er wies Rücktrittsforderungen zurück und bleibt Landtagsabgeordneter im Burgenland.
Im Gemeinderat stößt Viertlers Entscheidung, im Amt zu bleiben, auf Verständnis. "Ob man zurücktritt oder nicht, das muss jeder selbst wissen", sagt Vizebürgermeister Helmut Gössler (FPÖ) zur "Kleinen Zeitung". "Es gibt Wichtigeres." Er gibt allerdings an, vom Bürgermeister nicht persönlich informiert worden zu sein. Von dem Vorfall habe er durch einen Bürger erfahren.
Anders schildert es SPÖ-Gemeinderat Franz Draxler. "Er hat uns gleich gesagt, dass es passiert ist und dass es ihm leidtut. Die Konsequenzen muss er selbst tragen. Wichtig ist, dass die Arbeit für die Gemeinde nicht beeinträchtigt ist", sagt Draxler gegenüber der Tageszeitung.
Innerhalb weniger Tage sorgt damit bereits der zweite Fall eines Politikers, der nach einer alkoholisierten Autofahrt den Führerschein verliert, für Schlagzeilen.