LHC bekommt Nachfolger

CERN plant gigantischen 91-Kilometer-Beschleuniger

Der CERN-Rat hat den Future Circular Collider als Nachfolger des LHC beschlossen. Der neue Ringbeschleuniger wird stolze 91 Kilometer lang.
Newsdesk Heute
07.06.2026, 22:20
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Das europäische Kernforschungszentrum CERN hat einen historischen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Am 22. Mai 2026 hat der CERN-Rat die europäische Strategie für Teilchenphysik aktualisiert und dabei den "Electron-Positron Future Circular Collider" (FCC-ee) als bevorzugtes nächstes Großprojekt empfohlen.

Der FCC-ee soll den legendären Large Hadron Collider (LHC) als wichtigsten Teilchenbeschleuniger der Welt ablösen. Eine finale Entscheidung über den Bau wird für 2028 erwartet. Der LHC selbst bleibt aber noch bis 2041 in Betrieb.

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Der neue Superbeschleuniger wäre ein gewaltiges Infrastrukturvorhaben, wie heise.de berichtet. Geplant ist ein ringförmiger Beschleuniger in einem rund 91 Kilometer langen Tunnel, etwa 200 Meter unter der Erde. Zum Vergleich: Der aktuelle LHC kommt lediglich auf 27 Kilometer Umfang.

Warum muss der Ring so riesig sein?

Der Grund für die enorme Größe liegt in der Physik selbst. Elektronen und Positronen verlieren beim Durchlaufen von Kurven Energie in Form von Synchrotronstrahlung. Je kleiner der Ringradius, desto größer dieser Verlust. Um höhere Kollisionsenergien wirtschaftlich darstellen zu können, muss der Ring also zwingend größer werden.

Der FCC-ee ist als Doppelring-Collider mit vier Wechselwirkungspunkten geplant. Er soll Schwerpunktenergien von bis zu 365 GeV erreichen – deutlich mehr als die 209 GeV, die sein Vorgänger LEP maximal schaffte.

Das Higgs-Boson im Fokus

Im Zentrum der Forschung steht das Higgs-Boson. Seit seiner Entdeckung am LHC im Jahr 2012 gilt es als zentrales Werkzeug, um offene Fragen zur Struktur und Entwicklung des Universums zu beantworten. Der FCC-ee soll in 15 Betriebsjahren unter anderem rund 6 Billionen Z-Bosonen und fast 3 Millionen Higgs-Bosonen erzeugen.

Das Strategie-Update basiert auf 263 schriftlichen Eingaben aus der weltweiten Teilchenphysik-Community. Die Empfehlungen wurden dem CERN-Rat im Dezember 2025 vorgelegt.

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