EU-Erweiterung, 30-jährige Bildungskooperation und ein Zusammentreffen mit österreichischen Polizisten im Frontex-Einsatz – mit einem vollen Tagesprogramm im Gepäck reiste Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) am Dienstag in die albanische Hauptstadt Tirana.
Schon am Vormittag stand dabei ein Treffen nicht nur mit ihrer Amtskollegin Elisa Spiropali, sondern auch mit Premierminister Edi Rama auf der Agenda. Im Mittelpunkt befand sich der EU-Beitrittsprozess Albaniens, die Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowie zentrale Zukunftsthemen der europäischen Integration.
In einem Statement hob die Neos-Chefin die enorme Bedeutung der EU-Erweiterung hervor – sowohl für Albanien als auch für Österreich. "Die Integration des Westbalkans bedeutet wachsende Absatzmärkte für unsere Unternehmen, mehr Planungssicherheit und Investitionsschutz für österreichische Betriebe", so Meinl-Reisinger.
Immerhin zähle Österreich mit 896 Millionen Euro Investitionsvolumen, über 50 österreichische Unternehmen vor Ort – insbesondere in Banking, Versicherungen, Energie und Tourismus und 42,7 Millionen Euro Warenexporte in der ersten Jahreshälfte 2025 (+5,9 Prozent gegenüber 2024) zu den größten Investoren des Landes.
Ein weiterer besonderer Fokus des Besuchs lag zudem auf der Österreichisch-Albanischen Bildungskooperation (BiKo), die bereits seit 1995 existiert und dieses Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert.
Im Zentrum des Besuchs stand deshalb auch ein Treffen mit Schülern der 2007 gegründete österreichische Auslandsschule in Shkodra (HTL "Peter Mahringer"). Diese folgt dem österreichischen Lehrplan, bildet in Medien-, Netzwerk- und Systemtechnik aus, unterrichtet auf Deutsch, Albanisch und Englisch und hat bereits rund 500 Absolventen. Sie sind dann nicht nur in Albanien, sondern auch in Österreich gefragte Fachkräfte.
Für Außenministerin Beate Meinl-Reisinger steht dabei fest: "Bildung ist eine der stärksten Brücken, die wir bauen können: Sie schafft Chancen, stärkt wirtschaftliche Entwicklung und verbindet junge Menschen über Grenzen hinweg."
"Gerade die berufliche Bildung zeigt, wie europäische Integration im Alltag funktioniert – ganz praktisch, mit modernen Ausbildungswegen, Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben und einem klaren Fokus auf Zukunftskompetenzen. Davon profitieren albanische Jugendliche und österreichische Betriebe", führt Meinl-Reisinger weiter aus.
Das OeAD-Programm "Bildungskooperation mit Ost- und Südosteuropa" stärke damit nicht nur Albanien, sondern auch die österreichische Wirtschaft. Immerhin seien viele österreichische Betriebe in Albanien aktiv und profitieren von gut ausgebildeten Fachkräften.