Den Behörden in Chile ist ein gewaltiger Schlag gegen internationale Drogenschmuggler gelungen. In Holzlieferungen, die für Europa bestimmt waren, wurden 108 Tonnen Drogen entdeckt.
Der Fund ist umso erstaunlicher, da die Drogen in flüssiger Form in das Holz eingebracht worden waren. Sie machten rund zehn Prozent des Gesamtgewichts von 1.080 Tonnen aus.
Die beschlagnahmten Substanzen bestanden überwiegend aus Kokain und Ketamin. Nach rund sechsmonatigen Ermittlungen identifizierten die Behörden insgesamt 45 Container, die aus Bolivien nach Chile gelangt waren.
In den Holzladungen waren die Drogen versteckt und sollten unbemerkt nach Europa verschifft werden. 12 verschiedene europäische Häfen sollten angesteuert werden. Laut Zoll handelt es sich um den größten Fund dieser Art in der Geschichte des südamerikanischen Landes.
Der geschätzte Verkaufswert auf dem europäischen Schwarzmarkt liegt laut den Ermittlern bei umgerechnet mehr als sieben Milliarden Euro. Die chilenische Zollbehörde sprach von einem "historischen Schlag gegen das organisierte Verbrechen in unserem Land".
Besonders raffiniert war laut den Behörden die Methode der Schmuggler. Die Drogen waren direkt in das Holz eingearbeitet worden. Nach der Ankunft in Europa hätten spezialisierte Labore die Substanzen mit "hochentwickelter chemischer Verfahren" wieder aus dem Material herausgelöst, erklärte die Zollbehörde.
Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Derzeit prüfen die Behörden weitere verdächtige Container. Dadurch könnte die Menge der sichergestellten Drogen sogar noch deutlich steigen.