Kinobesucher in China sind empört: Als sie den australischen Horrorfilm "Together" ansehen wollen, wird ihnen eine veränderte Version gezeigt. Als Screenshots von einer Szene, in der die Originalversion ein gleichgeschlechtliches Paar zeigt, viral gingen, fiel Chinesen und Chinesinnen auf, dass ihre Version abwich. Dort war aus dem Mann nämlich eine Frau gemacht worden.
Der weltweite Verleiher des Films, Neon, verurteilte die Bearbeitung und erklärt laut Berichten, dass sie "diese unbefugte Bearbeitung nicht gutheißen und verlangen, dass sie nicht mehr weiter verteilt wird."
Auch Szenen, in denen Nacktheit oder Sex gezeigt wurden, wurden in China abgeändert, wie BBC berichtet. Wo im Original der nackte Hauptdarsteller Dave Franco unter der Dusche gezeigt wird, wurde in der chinesischen Version Dampf hinzugefügt, um seinen Körper zu verdecken.
Für besonders viel Empörung sorgte aber die Entfernung der gleichgeschlechtlichen Beziehung zwischen zwei Männern. In einer Szene wurde das Gesicht eines der Männer durch das einer Frau ersetzt und weitere Hinweise auf die homosexuelle Beziehung wurden entfernt.
In China werden gleichgeschlechtliche Ehen nicht anerkannt und LGBTQI+-Themen sind weitestgehend tabu. Auch die Zensur solcher Inhalte ist nicht ungewöhnlich, doch die Verwendung von KI-generierten Inhalten schlug nun hohe Wellen. Die chinesische Filmkritikplattform Douban schrieb: "Hier geht es nicht mehr nur um Schnitttechniken, es geht um Verzerrung und Falschdarstellung."
Schon 2023 wurde KI eingesetzt, um eine Filmszene in China zu verändern. Damals wurde eine Nacktszene von Florence Pugh im Film "Oppenheimer" nachbearbeitet und sie trug plötzlich ein schwarzes Kleid.