Corona-Station in der Messe Wien schließt am Freitag

Die Corona-Bettenstation in der Messe Wien hat nun ausgedient.
Die Corona-Bettenstation in der Messe Wien hat nun ausgedient.Denise Auer
Seit Mitte März stand die Bettenstation als Angebot für die Versorgung von Coronakranken bereit. Nun wird sie nicht mehr gebraucht und geschlossen.

Am 17. März wurde die Bettenstation in der Messe Wien (Leopoldstadt) eröffnet, am Freitag ist sie Geschichte. Schon in den vergangenen Tagen wurde die Einrichtung abgebaut, ein Video der Stadt zeigt die nun wieder leeren Hallen. Im "Feldlazarett" sollten Menschen versorgt werden, die am Corona-Virus erkrankt sind, milde oder moderate Krankheitsverläufe haben und für die eine sogenannte Heimabsonderung, also Quarantäne in den eigenen vier Wänden, aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, "Heute" hat berichtet.  

294 Personen betreut, aber nur 27 positiv Getestete

Aufgrund der niedrigen Auslastung werden die Stationen in der Messe-Halle geschlossen. Die Bilanz zeigt: Bis zu 2.240 Betten standen ingesamt zur Verfügung, tatsächlich betreut wurden aber 294 Personen. Eine bestätigte Corona-Infektion wurde nur bei 27 Patienten festgelegt, die übrigen 267 Fälle wurden negativ getestet, mussten aber aus Sicherheitsgründen in Quarantäne. Da für sie eine Abschottung zu Hause nicht möglich war, wurden sie in der Messe Wien untergebracht. 

Video: Stadt Wien

Die ersten Patienten wurden Mitte April versorgt. Im Mai gab es eine Änderung der ursprünglichen Pläne, in der Messe Wien nur positiv Getestete unterzubringen. "Da wir beobachtet haben, dass für die Versorgung und Unterbringung von Verdachtsfällen und Kontaktpersonen der Stufe 1 ein weit höherer Bedarf bestand als von positiven Personen", erklärt das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gegenüber der APA.

Gesundheitsstadtrat trotz geringer Auslastung zufrieden

Trotz der geringen Auslastung zeigte sich Hacker zufrieden, die Bettenstation habe sich gut bewährt. "Dank dieser Betreuungseinrichtung hatten wir die nötigen Kapazitäten und die nötige Flexibilität, rasch auf Cluster zu reagieren. So wie im 'Haus Erdberg', das nur dank der Einrichtung in der Messe über Nacht vollständig evakuiert und die Verbreitung des Virus so effektiv wie möglich eingedämmt werden konnte", wird Hacker von der APA zitiert. 

Während in Wien die Infektionen weiter steigen, ist die Bettenstation in der Messe schon seit Wochen wieder Corona-frei. Der Vertrag mit der Messe Wien lief aber noch bis Ende Juli, die Stadt nützte daher die Gelegenheit und richtete temporäre Fast Lanes für die Zeckenschutzimpfung ein. Getestet wurde dabei auch für die Grippeimpfungswelle, die im Herbst starten soll. 

Kosten sicher unter Budgetrahmen von 66 Mio. Euro

Die Stadt stellte aus ihrem Budget insgesamt 66 Millionen Euro für die Bettenstation zur Verfügung. 55 Mllionen Euro waren im Rahmen eines Betriebsvertrag für den Samariterbund vorgesehen, der die Versorgung, Pflege und medizinische Betreuung übernahm. Die übrigen 11 Millionen Euro flossen an den Hallenbetreiber Reed Messe. Bezahlt wurden damit Miete, Betriebskosten sowie die Reinigung und der Auf- und Abbau der Corona-Station.

Wieviel die Corona-Station tatsächlich gekostet hat, wird laut dem Hacker-Büro erst später feststehen. Zuvor müssten noch der Juli abgerechnet werden. Bis inklusive Juni seien rund 19 Mio. Euro angefallen. In Summe werde man damit deutlich unter dem Gesamtbudgetrahmen bleiben.

Eine Wiederaufnahme des Betriebs im Herbst schließt die Stadt aus. Gemeinsam mit dem Krisenstab der Stadt habe man 30 Einrichtungen gescreent, die als Notquartiere dienen können, sollte dies notwendig werden. Insgesamt könnten rund 6.000 Betten aktiviert werden. Während des Sommers werden die Corona-Pavillons im Geriatriezentrum Wiener Wald, dem Otto-Wagner-Spital und der Klinik Floridsdorf genutzt. Hier stehen insgesamt 130 Plätzen zur Verfügung.

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