Corona-Welle nun fix da – BA.5 dominiert in Österreich

Die "Mutantenjäger" Luisa Cochella und Ullrich Elling mit einer Grafik, welche die prozentuale Verteilung verschiedener Corona-Mutationen zeigt. (Archivfoto)
Die "Mutantenjäger" Luisa Cochella und Ullrich Elling mit einer Grafik, welche die prozentuale Verteilung verschiedener Corona-Mutationen zeigt. (Archivfoto)ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Nach der Omikron-Welle im März gab es für Österreich nur eine kurze Verschnaufpause. Die Subvariante BA.5 hat BA.2 abgelöst und rauscht durchs Land.

"Wir werden noch diese Woche die 10.000er-Marke deutlich überschreiten", spekulierte Molekularbiologe Ulrich Elling noch am Montag im Gespräch mit "Heute" – und sollte Recht behalten. Nur zwei Tage später wurden am Mittwoch bereits 10.898 neue Fälle aus dem Ministerium gemeldet.

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Schuld daran ist auch laut Covid-Prognose-Konsortiums wohl die neue Omikron-Subvariante BA.5. "Seit letzter Woche ist BA.5 dominant", schreibt Elling auf Twitter und zeigt dazu eine entsprechende Grafik des Instituts für Infektionsepidemiologie, der AGES und des Instituts für Molekularbiologie in Wien. Darauf ist ganz deutlich zu sehen, die Subvariante machte bereits vor einer Woche etwas mehr als die Hälfte des Infektionsgeschehens aus. BA. 2 hingegen nur noch rund 35 Prozent.

"Die Welle kommt JETZT"

Geht es nach dem Fachmann, kommt es sogar noch schlimmer: Für nächste Woche rechnet er gar einer Verdoppelung der Neuinfektionen und damit mit über 20.000 neuen Fällen. Den Peak erwartet Ulrich Elling nach wie vor im Juli.

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Damit ist ganz klar, die Sommerwelle ist nicht mehr aufzuhalten. "Wir werden mit oder ohne Maske die Welle nicht stoppen. Die Welle wird im Sommer einfach durchrauschen." Die einzige sinnvolle Maßnahme  sei in den Augen des Experten die vierte Impfung für alle, "die vor schweren Verläufen Angst haben, denn die Welle kommt JETZT".

Auch Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) sprach am Mittwoch von einer Corona-Explosion: "10.000 bis 15.000 [tägliche Neuinfektionen] werden nicht der Peak sein. Wie weit das raufgeht, ist noch offen. Ich weiß es nicht, das traue ich mich nicht sagen".

BA.5 im Gepäck

Wohl kommen auch viele Reisende derzeit mit einer Infektion aus dem Ausland zurück. "Möglicherweise ein Souvenir", urteilte Hans-Peter Hutter, Facharzt der MedUni Wien, im Gespräch mit "Heute". 

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Die Problematik sieht der Epidemiologe allerdings keinesfalls im Reisen selbst, sondern in den gänzlich aufgehobenen Maßnahmen. "Es gilt derzeit weder der Grüne Pass, noch sonst irgendeine Maßnahme, die zur Virus-Eindämmung unter Reisenden sinnvoll wäre", so Hutter. Die steigenden Zahlen und die damit auf uns zurollende Sommerwelle sei somit "selbstgestrickt".

Sein Tipp für Urlauber: "Maske tragen, da, wo man auf viele Leute trifft und direkt nach der Rückkehr einen Test machen. So verschleppt man es nicht." Viele hätten nur leichte oder gar keine Symptome und würden deshalb eine Infektion mit den Coronavirus nicht bemerken und es munter weiterverbreiten.

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