Wie 20 Minuten berichtet, handelt es sich dabei um einen Mann namens Robert Borbiro. Er soll bereits am 3. Jänner 2026 die Polizei kontaktiert haben. Auch italienische Medien wie "Il Messaggero" berichten über Borbiro als "entscheidenden Zeugen" im laufenden Verfahren.
"Ich habe für Herrn und Frau Moretti die Inneneinrichtung zur Eröffnung ihres Lokals im Jahr 2016 gemacht. Bei der Auftragsbestätigung habe ich vorgeschlagen, alles mit feuerhemmendem Schaumstoff auszukleiden. Diese Möglichkeit wurde vom Kunden aus Budgetgründen abgelehnt", wird Borbiro in einer E-Mail von "Il Messaggero" zitiert.
Auch bei den Umbauarbeiten selbst sollen Mängel aufgefallen sein. So habe ein Arbeiter festgestellt: "Der Zugang von der Straße erfolgt nur über eine kleine, schmale Stiege. Der Raum hatte kein geschlossenes Belüftungssystem. Im hinteren Teil führt eine kleine Tür zu einem offenen Bereich, aber das ist kein Notausgang, der den Vorschriften entspricht."
Borbiro gibt an, zwischen 1991 und 1995 in Frankreich als operativer Verantwortlicher für eine Hotelkette gearbeitet zu haben. "Ich verstehe nicht, wie das Lokal überhaupt eine Betriebsgenehmigung bekommen konnte", sagt er. Ein früherer Mitarbeiter des "Le Constellation" sieht das allerdings anders: Er habe nie eine Gefahr bemerkt und verteidigt Jacques und Jessica Moretti.
Opferanwalt Sébastien Fanti hat laut "Il Messaggero" diese belastenden E-Mails entdeckt. Sie seien aber "nicht in den Akten". In einer Nachricht an die Staatsanwaltschaft schreibt er, dass er nicht verstehe, warum das so sei. Es handle sich um "eindeutig belastende Beweise, die rasch zu einer Verurteilung führen könnten."
Andere Anwälte vermuten, dass die Morettis kurz nach dem Brand aktuelle und ehemalige Mitarbeiter kontaktiert haben könnten, um sie als Zeugen zu beeinflussen. Am 7. Jänner soll es sogar "zu einem geheimen Treffen" gekommen sein.
Das Ehepaar bestreitet das jedoch bei der Einvernahme: "Die Mitarbeitenden haben sich untereinander getroffen, wir waren nicht dabei", sagte Jacques Moretti.