Das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf (Bez. Linz-Land) bleibt eines der umstrittensten Bauprojekte des Landes. Erst vor wenigen Tagen forderten GLOBAL 2000 und ÖKOBÜRO einen vorläufigen Stopp für neue Rechenzentren. Sie kritisieren unter anderem fehlende Umweltverträglichkeitsprüfungen und sehen Lücken im Gesetz.
Jetzt meldet sich der wirtschaftsliberale Thinktank Agenda Austria mit einem Facebook-Posting zu Wort - und widerspricht der Kritik deutlich. "Und da wundert sich noch wer, dass Österreich kaum noch wächst", heißt es eingangs. Danach folgen laut Agenda Austria "ein paar Zahlen gegen die Hysterie".
So verweist der Thinktank darauf, dass Google maximal 99 Liter Wasser pro Sekunde in die Enns ableiten dürfe. Gleichzeitig führe der Fluss "mehr als 200.000 Liter pro Sekunde". Der jährliche Wasserverbrauch des Rechenzentrums liege bei höchstens 2,1 Millionen Kubikmetern. Zum Vergleich schreibt Agenda Austria: "Die voestalpine braucht so viel in einem Monat."
Auch die Sorge um die Enns weist der Thinktank zurück. "Das vermeintliche Massensterben der Fische durch eine erhitzte Enns wird also nicht eintreten", heißt es in dem Beitrag. Sollte sich die lokale Flussfauna dennoch verändern, profitiere sie "gemeinsam mit dem Oberösterreichischen Fischereiverband" von einem von Google finanzierten Fonds zur Verbesserung der Gewässerökologie.
Beim Energiebedarf räumt Agenda Austria ein: "Der Stromverbrauch ist tatsächlich hoch." Im ersten Ausbauschritt werde das Rechenzentrum jährlich 1,31 Terrawattstunden benötigen, später könnten es bis zu 4,4 Terrawattstunden werden. Gleichzeitig betont der Thinktank: "Die E-Control rechnet deshalb aber nicht mit Problemen."
Auch wirtschaftlich sieht Agenda Austria Vorteile. "Google wird sehr wohl in Österreich Steuern zahlen", heißt es. Zusätzlich zur Kommunalsteuer würden aufgrund des hohen Stromverbrauchs "wohl einige stattliche Netzgebühren fällig". Außerdem werde das Rechenzentrum vom österreichischen Tochterunternehmen Volo Zwei GmbH errichtet und zahle daher auch Körperschaftsteuer.
Zum Schluss kritisiert Agenda Austria die Forderungen nach einem Stopp des Projekts deutlich: "Das Projekt ist seit fast 20 Jahren in Planung. Jetzt plötzlich dagegen aufzumarschieren und Gesetzesänderungen zu fordern, sendet ein fatales Signal für den Wirtschaftsstandort - Unternehmen brauchen Verlässlichkeit, um große Projekte zu finanzieren."