Martin Kocher bei Armin Wolf

"Das ist nicht angenehm" – Schock-Prognose im ORF

Die Inflation macht Österreich weiter zu schaffen. Nationalbank-Chef Martin Kocher warnt nun vor einer möglichen Zinserhöhung noch heuer.
03.11.2026, 22:25
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Am Mittwoch veröffentlicht die Statistik Austria eine erste Schätzung der Inflationsrate für Oktober. Zuletzt lag die Teuerung in Österreich bei 3,6 Prozent. Trotz des anhaltenden Preisdrucks hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen vorerst nicht angehoben. Doch das könnte sich bald ändern.

Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher erklärte im TV-Studio, dass vor allem internationale Krisen die Preisentwicklung beeinflussen. Die Energiepreise würden stark von Konflikten wie jenen im Iran und in der Ukraine bestimmt. Verlässliche Prognosen seien deshalb derzeit besonders schwierig.

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Kocher warnt vor Zinserhöhung

"Wir müssen weiter sehr aufmerksam und wachsam sein. Das ist nicht angenehm", betonte Kocher. Die hohe Inflation sei nicht auf wirtschaftspolitische Fehler zurückzuführen, sondern vor allem auf geopolitische Ereignisse.

Die EZB werde jedenfalls alles unternehmen, um ihr Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Dabei könnte auch eine weitere Zinserhöhung notwendig werden.

"Wenn sich die Lage nicht ändert, wenn die Preise weiter so bleiben, dann ist eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr wahrscheinlich", erklärte der Nationalbank-Chef. Gleichzeitig schränkte er ein, dass sich die weitere Entwicklung derzeit nicht seriös vorhersagen lasse.

Drohen jetzt fünf Prozent Inflation?

Eine Rückkehr zu den extremen Inflationsraten von acht bis zehn Prozent hält Kocher aktuell für unwahrscheinlich. Besonders pessimistische Prognosen würden allerdings eine Teuerung von bis zu fünf Prozent für möglich halten.

Für das kommende Jahr rechnet der Nationalbank-Gouverneur grundsätzlich mit einem Rückgang der Inflation. Entscheidend werde sein, wie sich die internationalen Konflikte und damit auch die Energiepreise entwickeln.

Auch die USA spielen dabei eine wichtige Rolle. Nach Einschätzung Kochers hätten die US-Regierung und Präsident Donald Trump derzeit einen Anreiz, weitere Eskalationen zu vermeiden. Schließlich sei die Inflation auch für die amerikanische Bevölkerung schmerzhaft. Welche Rolle das bei der heutigen Wahl spielt, werde sich zeigen.

EZB vor personellem Umbruch

Zusätzlich steht die Europäische Zentralbank vor einer wichtigen Personalentscheidung. Nach dem angekündigten Rücktritt von EZB-Präsidentin Christine Lagarde läuft bereits die Suche nach ihrer Nachfolge.

Für Österreichs Haushalte bleibt vorerst die Frage, ob die Preise weiter kräftig steigen und die EZB noch heuer an der Zinsschraube dreht. Neue Hinweise darauf könnte bereits die Inflationsschätzung am Mittwoch liefern.

red, 03.11.2026, 22:25
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