Wer sich einen Neuwagen kauft, bekommt ab sofort einen stillen Beobachter mit an Bord. Denn seit Juli 2026 ist das sogenannte Advanced Driver Distraction Warning-System (ADDW) in allen neu zugelassenen Fahrzeugen Pflicht.
Dahinter verbirgt sich meist eine Infrarotkamera, die Kopfhaltung und Augenbewegungen kontinuierlich erfasst. Ist der Fahrer abgelenkt, erfolgt eine optische, akustische oder haptische Warnung – bei Geschwindigkeiten ab 50 km/h bereits nach dreieinhalb Sekunden.
Die EU-Verordnung setzt der Technik aber enge Grenzen, wie "Inside Digital" berichtet. Erfasste Bilddaten dürfen nur der Systemfunktion dienen, werden nicht dauerhaft gespeichert und eine biometrische Identifizierung ist verboten.
Neben dem Ablenkungswarner wird auch der Notbremsassistent aufgerüstet. Die neue Version erkennt laut deutschem Verkehrsministerium auch Fußgänger und Radfahrer und bremst bei Kollisionsgefahr eigenständig ab.
Das langfristige Ziel der EU ist ambitioniert: Bis 2050 soll die Zahl der Verkehrstoten auf null reduziert werden.
Laut Angaben des deutschen Gesamtverbands der Versicherer verursachen Autos mit Notbremsassistenten bereits jetzt zehn Prozent weniger Haftpflichtschäden.
Ein Nachteil bleibt allerdings: Die neuen Assistenzsysteme kosten Geld – und dieses dürften sich die Autobauer über den Verkaufspreis zurückholen.