In den Wäldern und auf den Weiden wird der Wolf immer präsenter. Für das Land ist klar: Das Tier ist nicht mehr nur ein Naturschutz-Thema, sondern längst auch eine Frage von Sicherheit, Landwirtschaft und Zusammenleben am Land.
"Der Wolf ist nach Oberösterreich zurückgekehrt – und mit ihm neue Herausforderungen für Mensch, Tier und unsere Kulturlandschaft", sagt Agrar- und Jagd-Landesrätin Michaela Langer-Weninger. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen laut ihr: "Unsere Oö. Wolfsmanagementverordnung funktioniert."
Im nördlichen und östlichen Mühlviertel ist der Wolf längst kein seltener Gast mehr. Vier Rudel wurden nachgewiesen: Arbesbach, Gutenbrunn, Harmanschlag und im Böhmerwald. Rund 100 Bildnachweise zeigen: Da tut sich was in den Wäldern.
"Wir sehen in ganz Österreich eine klare Entwicklung hin zu einer wachsenden Population", betont Langer-Weninger. Für sie ist klar: Die Sicherheit der Menschen am Land, der bäuerlichen Betriebe sowie der Weide- und Almwirtschaft habe "oberste Priorität".
Die Bilanz in Oberösterreich: 314 Sichtungen in drei Jahren, rund 190 geprüfte Rissmeldungen, 47 tote Wild- und Nutztiere. Mehr als 120.000 Euro flossen seit 2023 in Herdenschutz, etwa 35.000 Euro in Entschädigungen.
"Das Wolfsmanagement in Oberösterreich basiert auf einer transparenten, umfassenden und wissenschaftlich fundierten Bearbeitung aller Fälle", sagt Oberösterreichs Wolfsbeauftragter Philipp Engleder-Öhler. Heißt: Der Wolf bleibt Thema – und im Mühlviertel wohl weiter ein heißes.
Denn: Im Bezirk Freistadt ist aktuell ein Wolf zum Abschuss freigegeben – "Heute" berichtete. Das Tier hatte sich in St. Georgen am Walde mehrfach einem Bauernhof genähert, auch Vergrämungsversuche halfen nicht. Die Genehmigung läuft noch bis 11. Mai.
Für Aufsehen sorgte auch ein Fund im Dezember: In Windhaag bei Freistadt wurde ein erschossener, bereits halb verwester Wolf entdeckt. Die Umstände sind weiter ungeklärt.