Der Siebenschläfertag am 27. Juni gilt seit Generationen als Wetter-Orakel für den Sommer. Heuer bekam die alte Bauernregel durch die extreme Hitze mit bis zu 40 Grad zusätzliche Aufmerksamkeit. Denn laut Volksglauben soll das Wetter rund um diesen Tag die nächsten sieben Wochen prägen – und erste Prognosen rechnen tatsächlich mit weiteren Hitzeschüben.
Doch ausgerechnet eine weitgehend vergessene Bauernregel könnte den berühmten Siebenschläfer sogar übertreffen.
Am 2. Juli heißt es:
„Mariä Heimsuch wird's bestellt, wie's Wetter sich 40 Tage hält.“
Die Regel verspricht sogar einen Blick auf die kommenden 40 Tage – und gilt aus meteorologischer Sicht als überraschend interessant.
Der Grund liegt in der Kalenderreform: Mit der Einführung des gregorianischen Kalenders verschob sich der Zeitraum, in dem sich die sommerliche Großwetterlage in Mitteleuropa meist stabilisiert. Experten sehen dieses Zeitfenster heute eher Anfang Juli als Ende Juni. Genau dort liegt der 2. Juli.
Kurios: Das kirchliche Fest Mariä Heimsuchung wird seit den 1960er-Jahren gar nicht mehr am 2. Juli gefeiert. Nach einer Reform des Kirchenkalenders wurde der Gedenktag auf den 31. Mai verlegt.
Die Bauernregel blieb jedoch beim ursprünglichen Datum – und trifft damit aus klimatologischer Sicht sogar besser den Zeitraum, der für die Sommerentwicklung entscheidend sein könnte.
Mariä Heimsuchung erinnert an den Besuch der schwangeren Maria bei ihrer Cousine Elisabeth, wie ihn das Lukasevangelium beschreibt. Der Gedenktag wurde jahrhundertelang am 2. Juli gefeiert und lebt bis heute vor allem in der bekannten Bauernregel weiter.
Ob sie tatsächlich treffsicherer ist als der berühmte Siebenschläfer, lässt sich zwar nicht beweisen. Interessant ist aber, dass ausgerechnet die kaum bekannte Wetterregel aus heutiger Sicht den klimatologisch relevanteren Zeitpunkt erwischt.